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Am Rande Kippende Pinguine

aus DER SPIEGEL 45/2000

Ein ordentlicher Krieg hat auch sein Gutes. Nehmen wir zum Beispiel den Falklandkrieg zwischen Großbritannien und Argentinien 1982. Der hat der Wissenschaft ein neues Rätsel beschert: Seit damals berichten britische Militärpiloten, dass die Pinguine, die den Haupt bevölkerungsanteil auf den Falklands stellen, immer umkippen, wenn sie mit dem Hubschrauber überflogen werden. Die neugierigen Tiere legen den Kopf so weit in den Nacken, bis Schwerkraft und Schwerpunkt sie auf den gefiederten Hintern fallen lassen.

Nun sind damals auch Argentinier umgefallen, was ebenfalls mit dem Erscheinen der britischen Truppen zusammenhing, aber in England kaum jemanden wirklich störte, weil genau das ja auch der Sinn der ganzen Aktion gewesen war. Zudem hat ein uniformierter Argentinier einen weitaus geringeren Drolligkeitsfaktor als ein befrackter Pinguin.

Jetzt sollen die Kollateralschäden unter den Pinguinen wissenschaftlich untersucht werden. Britische Verhaltensforscher ziehen los, um die Falkland-Pinguine testhalber noch einmal flachzulegen - und um der Frage nachzugehen, ob die Tiere sich womöglich gestört fühlen. Man muss sich in das Wesen eines Pinguins nicht mal gut einfühlen können, um diese Frage rundheraus mit Ja beantworten zu können. Dazu bedarf es wohl kaum der Wissenschaft. Und bevor einer fragt: Für die Argentinier gilt dasselbe.

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