Zur Ausgabe
Artikel 99 / 99
Vorheriger Artikel

Klaus Zeitler

aus DER SPIEGEL 37/1989

Klaus Zeitler, 59, Oberbürgermeister von Würzburg, erhielt letzte Woche Post von der Staatsanwaltschaft. Im Ermittlungsverfahren mit dem Aktenzeichen 100 JS 627/89 müsse er wegen möglichen Geheimnisverrats nach »Paragraph 353 b Abs. 1« des Strafgesetzbuches (Höchststrafe: fünf Jahre Haft) vernommen werden. Der Sozialdemokrat hatte im Frühjahr die Nato-Übung Wintex/ Cimex kritisiert. Von der örtlichen Main-Post abgedruckte Zeitler-Aussagen über die in dem Planspiel vorgesehene Verwüstung Deutschlands mit Chemiewaffen und Atombomben nahm ein Würzburger Mitbürger zum Anlaß, den Oberbürgermeister anzuzeigen. Zeitler sieht's gelassen: Er hatte nachweislich nur einen Wintex-Bericht aus dem SPIEGEL 11/1989 (Nato-Übung: Schlag zuviel) zitiert.

Zur Ausgabe
Artikel 99 / 99
Vorheriger Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.