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Bundeswehr Kleine Gabe in Dschibuti

aus DER SPIEGEL 8/1994

Mehr als 100 der rund 3000 Bundeswehrsoldaten, die seit Mitte Mai vorigen Jahres im Rahmen der Uno-Mission für Somalia in Belet Huen, Mogadischu und Dschibuti Dienst taten, wurden vorzeitig nach Hause geschickt. 69 Blauhelme des Vorkommandos und der beiden Hauptkontingente traten den Heimflug aus gesundheitlichen Gründen an, unter anderem wegen Fußverletzungen oder auch wegen Heimwehs. 32 Blauhelme kehrten aus familiären Gründen früher als geplant in die Bundesrepublik zurück, beispielsweise, weil nahe Familienangehörige gestorben waren. 18 Soldaten wurden aus disziplinarischen Gründen abkommandiert, darunter mehrere, die am Zaun des Lagers von Belet Huen versucht hatten, von Einheimischen Drogen wie Marihuana zu kaufen. Ein Offizier wurde aus der Versorgungsbasis in Dschibuti nach Hause geschickt, weil er im Verdacht stand, Schmiergelder der Bundeswehr in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Mit dem Bargeld, intern als »kleine Gabe« bezeichnet, wurden Zöllner des Golf-Anrainerstaates freundlich gestimmt, um per Schiff ankommendes High-Tech-Gerät aus Deutschland nach Somalia passieren zu lassen.

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