G20-Umweltminister Keine Einigung auf ehrgeizigere Klimaschutzziele

Die Umwelt- und Energieminister der G20-Staaten haben sich bei einem Treffen in Neapel nicht auf ambitioniertere Klimaziele verständigen können. Auf deutscher Seite war von »schwierigen Verhandlungen« die Rede.
John Kerry, Klimabeauftragter der USA, Roberto Cingolani, Umweltminister von Italien, am Freitag beim Treffen der G20-Umweltminister in Neapel

John Kerry, Klimabeauftragter der USA, Roberto Cingolani, Umweltminister von Italien, am Freitag beim Treffen der G20-Umweltminister in Neapel

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Fabio Sasso / dpa

Die Fachminister der G20-Staaten für Umwelt, Klima und Energie haben sich bei einem Treffen in Neapel auf keine ehrgeizigeren Klimaziele einigen können. In der gemeinsamen Abschlusserklärung fehlt ein Bekenntnis, das 1,5-Grad-Ziel schon bis Ende 2030 erreichen zu wollen. Der italienische Minister Roberto Cingolani sagte am Freitagabend, mehrere Länder hätten dies abgelehnt. Die Gruppe bekannte sich aber nochmals zum Pariser Klimaabkommen. Gemeinsames Ziel sei es, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten und die Bemühungen fortzusetzen, sie auf 1,5 Grad zu reduzieren.

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Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sprach von sehr schwierigen Verhandlungen. Uno-Klimachefin Patricia Espinosa mahnte die G20-Gruppe aus führenden Industrie- und Schwellenländern, sie sei allein für 80 Prozent aller globalen Emissionen verantwortlich. Ohne die G20 gebe es keinen Weg zu den 1,5 Grad. Espinosa forderte, bei der Weltklimakonferenz im November in Glasgow mehr Entschlossenheit zu zeigen. Das zweitägige Treffen in Neapel diente auch der Vorbereitung des G20-Gipfels Ende Oktober in Rom.

Der Gruppe wirtschaftsstarker Länder aller Kontinente gehören unter anderen die USA, China, Russland und Deutschland an. Italien hat in diesem Jahr den Vorsitz. Deutschland wurde von Staatssekretär Flasbarth vertreten. Flasbarth sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sehe noch viel Überzeugungsbedarf in Schwellenländern. Es gebe in Ländern wie China, Indien oder Russland zur Nutzung fossiler Energie noch teils sehr unterschiedliche Auffassungen.

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Das Pariser Abkommen sieht die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad Celsius im Vergleich zu den vorindustriellen Zeiten vor, möglichst auf 1,5 Grad Celsius. Doch eine aktuelle Zwischenbilanz zeigt, dass viele der größten Emittenten ihre Zusagen nicht einhalten und es keine Einigung darüber gibt, wie das Pariser Abkommen exakt umgesetzt werden soll.

mjm/dpa
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