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Knallen

aus DER SPIEGEL 17/1949

Die größten US-Manöver in Europa trieben Amerikas Deutschland-Soldaten für sechs Tage aus ihren Hotel- und Kasernenunterkünften in kriegsmäßige Feldstellungen. Als besondere Aufgabe des »Uebungs-Krieges« bezeichnete der Truppenbefehlshaber General Huebner die Erprobung einer »Radar-Mauer zum Schutze gegen überlegene feindliche Luftstreitkräfte«. Neben den Landtruppen stünden noch rund 2000 Mann der US-Luftwaffe »im Kampf«, um die »eingebrochene Invasionsarmee« auf der Linie Bamberg-Regensburg aufzuhalten. Zu den Manövern waren militärische Beobachter aus anderen Ländern zugelassen. Die Russen dürfen nicht teilnehmen.

Der SED-Pressedienst hört aus dem Knallen der Platzpatronen von 70000 Manöver-Amerikanern in Bayern scharfe Schüsse heraus. Der Riesenaufmarsch feldmarschmäßig ausgerüsteter Verbände gegen einen imaginären östlichen Gegner auf einer Frontbreite von 144 Kilometer dicht an der tschechoslowakischen Grenze könne nur als Kriegsvorbereitung verstanden werden.

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