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MÜTTERKUREN Knappe Kassen

aus DER SPIEGEL 43/1997

Immer weniger Mütter können sich eine Kur leisten. Nach einer Untersuchung des Müttergenesungswerks waren in diesem Jahr dessen 26 Mütterkurheime nur zu 30 Prozent ausgelastet, 1996 lag die Quote noch bei 85 Prozent.

Ursache des Rückgangs: Weil Mütterkuren nicht mehr als voll zu finanzierende Pflichtkuren gelten, übernehmen nur noch 8 von 30 großen Krankenkassen die gesamten Kosten. Die anderen treiben den Kostenanteil der Versicherten so hoch, daß die Kur unbezahlbar wird.

Mehrere Allgemeine Ortskrankenkassen finanzieren in diesem Jahr gar keine Kuren mehr, weil die Budgets erschöpft sind.

Die Innungskrankenkassen übernehmen zumeist nur die Hälfte der Kosten. Inzwischen hat das Genesungswerk 4 seiner vormals 30 Mütterkurhäuser schließen müssen. Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) hatte Anfang des Jahres versichert, daß Mütterkuren durch die Gesundheitsreform nicht betroffen seien.

kosser (bonn)
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