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ITALIEN Kochende Tiefe

aus DER SPIEGEL 2/2003

Süditalien kommt nicht zur Ruhe. Seit gut zwei Monaten spuckt Siziliens Ätna glühende Lava und schwarzen Ascheregen. Verschiedene Erdbeben erschütterten seither die Region. Jetzt demonstrierte auch der zwar dauerhaft aktive, doch als eher harmlos eingestufte Vulkan Stromboli, auf der gleichnamigen kleinen Insel 39 Kilometer nördlich von Sizilien, sein Risikopotenzial: Ein Lavaausbruch riss über vier Millionen Kubikmeter Gestein mit ins Meer - das ist das Volumen von zehn 50-stöckigen Hochhäusern. Die dadurch ausgelöste Flutwelle sorgte auf Stromboli und vielen Nachbarinseln für Zerstörungen. Nun ist die Angst groß, dass weitere Vulkane aktiv werden. Insgesamt zwei Millionen Menschen, so das italienische Innenministerium, leben in den Risikozonen. Rund um den Vesuv beispielsweise, der im Jahre 79 Pompeji zerstörte und sich zuletzt 1944 regte, siedeln 800 000 Menschen. Der am Golf von Neapel gelegene 1280 Meter hohe Vulkan gilt als unberechenbar und besonders gefährlich. Andere Vulkane der heißen Mittelmeer-Region, etwa der der Marsili, liegen tief unter Wasser, auf dem Meeresboden. Und auch von dort gehen beunruhigende Signale aus: Vor der kleinen vulkanischen Insel Panarea kocht das Wasser.

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