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Kohl will Nowottny

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aus DER SPIEGEL 2/1985

Helmut Kohl will die Wahl des WDR-Intendanten mitbestimmen. Der Kanzler drängt seine Parteifreunde im Verwaltungsrat des Senders, den Bonn-Berichter

Friedrich Nowottny durchzudrücken. In dem Gremium blockieren sich CDU und SPD mit jeweils drei Stimmen. Die Sozis favorisieren den stellvertretenden NDR-Intendanten Jobst Plog. Den Ausschlag gibt der frühere nordrhein-westfälische Innenminister Willi Weyer. Der Freidemokrat plädiert für einen Mann mit Verwaltungserfahrung. Über die verfügt der Jurist Plog, nicht aber der Journalist Nowottny. Allerdings hat Kohl Verbündete. Auch die Freidemokraten Hans-Dietrich Genscher und Walter Scheel bedrängen Weyer, sich für den parteilosen Nowottny zu entscheiden. Dies könne, vor den Landtagswahlen, auch ein Beleg für die Zuverlässigkeit der FDP sein. Die SPD aber möchte dem Kandidaten Nowottny nur das Amt des Fernsehdirektors zugestehen. Später könne er, so die SPD, auch den »Frühschoppen« übernehmen.

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