Zur Ausgabe
Artikel 53 / 165
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

FLUGSICHERHEIT Kollidierende Interessen

aus DER SPIEGEL 12/2001

Entgegen internationalen Vereinbarungen wird die Bundeswehr vorerst keine Kollisionswarngeräte in ihre Transall-Transportflugzeuge einbauen. Die USA verweigern aus Gründen der militärischen Geheimhaltung den Export eines für das System benötigten Rechners samt Software ins Nato-Land Bundesrepublik. Der vom US-Außenministerium verhängte Lieferstopp ist besonders pikant, weil der Zusammenstoß eines Tupolew-Passagierjets der Luftwaffen-Flugbereitschaft mit einem US-Transporter vor der afrikanischen Atlantikküste im September 1997 Auslöser für die geplante Nachrüstung war. Die 24 Insassen der Tupolew und die 9 Amerikaner an Bord der C-141 »Starlifter« waren dabei ums Leben gekommen. Um solche Katastrophen künftig zu vermeiden, verabredeten Bundesregierung und US-Regierung damals den Einbau von Warngeräten (Kürzel: ACAS). Die Luftwaffe bestellte bei einer US-Firma Kollisionswarner, die auch von zivilen Airlines verwendet werden. Um sie in der Transall nutzen zu können, wird indes der zusätzliche Rechner benötigt. Ursprünglich war geplant, die gut 80 Transall bei der Firma EADS in Manching bei Ingolstadt für knapp 180 Millionen Mark mit der Sicherheitstechnik ausrüsten zu lassen. Gemäß einer Vereinbarung mit den Mitgliedsländern des europäischen Flugsicherungsverbunds Eurocontrol sollte dies bis März dieses Jahres geschehen. Wann die Transall nun sicherer wird, ist offen. Vorerst muss die Luftwaffe für Transall-Flüge eine Sondergenehmigung einholen.

Zur Ausgabe
Artikel 53 / 165
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel