Zur Ausgabe
Artikel 109 / 119

Briefe

Kommt die Fahrradsteuer?
aus DER SPIEGEL 31/1992

Kommt die Fahrradsteuer?

(Nr. 29/1992, Verkehr: 400 Mark Autobahngebühr für Personenwagen?)

Weg mit der Kfz-Steuer, keine Vignette, rauf mit der Mineralölsteuer. Rachegelüste für Autobahngebühren im Ausland sollte man sich in Bonn und anderswo verkneifen. *UNTERSCHRIFT: Germering (Bayern) HARTWIG UND INGRID HAMMERSCHMIDT

Wer soll eigentlich das Defizit der bundeseigenen Lufthansa bezahlen? Vielleicht kommt die Fahrradsteuer dafür doch noch einmal? *UNTERSCHRIFT: Darmstadt DR. MED. H. FAGET

Wenn man bedenkt, für welchen Schnickschnack deutsche Autofahrer gern ein paar Hunderter springen lassen, erscheinen 400 Mark Autobahnbenutzungsgebühr im Jahr kaum der Rede wert; die Schäden, die an der Natur entstehen, sind jedenfalls durch einen solchen Betrag nur zu einem kleinen Teil gedeckt. *UNTERSCHRIFT: Straßburg MICHAEL APP

Addiert man die Autobahngebühr zu den Gebühren der hervorragenden neuen Bahn Card, dann kommt für Familien einiges zusammen. Der Effekt wird sein, daß viele sich nicht beides leisten wollen, daher eher auf die Bahn Card verzichten und um so mehr Auto fahren. Besser wäre es umgekehrt, wenn statt Autobahngebühr die Mineralölsteuer entsprechend erhöht würde; dann wäre nämlich mit Card und halben Fahrpreisen die Bahn das attraktivere Angebot. *UNTERSCHRIFT: Bad Homburg (Hessen) SIEGFRIED JENDERS

Ungeahnte Kreativitäten hat die Fehlplanung der Finanzierung der deutschen Einheit bei der Bonner Regierungskoalition freigesetzt. Von der »Steuerlüge«, in der der Bürger durch die semantische Spielerei der Abgaben hinter das Licht geführt wurde, scheinen die verbrauchten Regenten am Rhein jetzt zur »Ökologielüge« überzugehen, indem die Finanzlöcher des Bundes mit den Straßenbenutzungsgebühren gestopft werden sollen. *UNTERSCHRIFT: Münster MATTHIAS SCHMIDT

Mit großer Aufmerksamkeit lese ich immer Ihre Berichte über die verzweifelten und lächerlichen Versuche dieser unserer Regierung, ihre Steuerlüge durch tausend Tricks zu tarnen. Trotz allem wäre wohl eine Erhöhung der Mineralölsteuer die sinnvollste Lösung, um eine Reform des gesamten öffentlichen Verkehrsnetzes zu finanzieren. *UNTERSCHRIFT: Bad Dürkheim (Rhld.-Pf.) THOMAS ERNST

Ausgerechnet wir, die Millionen Autofahrer, sollen für die Bahn zahlen. Nachdem Kohl, Waigel & Konsorten für den überflüssigen Spesenritter-ICE die vorhandenen Milliarden bereits hinauswarfen. Autofahrer, schreibt an Kohl: »Jetzt ist Schluß, wir verweigern uns. Und wählen werden wir Sie auch nicht mehr.« *UNTERSCHRIFT: München HEINZ FRIEDRICH ERLEMANN

Krauses gigantisches Straßen-Neubauprogramm wird keinen Baum vor dem Sterben retten, das Ozonloch nicht verkleinern, die Staus werden noch länger, aber die Geldbeutel der Bürger werden über Gebühr belastet. *UNTERSCHRIFT: Frankfurt JÜRGEN EISELT

Zur Ausgabe
Artikel 109 / 119
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.