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Konrad Naumann

aus DER SPIEGEL 32/1987

Konrad Naumann, 58, im Herbst 1985 aus dem Politbüro gefeuerter Gegenspieler Erich Honeckers, bat kürzlich in einem Brief an die Ost-Berliner Handwerkskammer, ihm einen Änderungsschneider zur Verfügung zu stellen, da ihm seine gesamte Garderobe zu weit geworden sei. Die ratlosen Handwerksfunktionäre reichten das Schreiben vorsichtshalber an Naumanns Nachfolger, den Ost-Berliner SED-Bezirkschef Günter Schabowski, weiter. Der mochte die Bitte Naumanns, der jetzt im DDR-Staatsarchiv in Potsdam arbeitet, nicht allein entscheiden und trug das Anliegen seines Vorgängers in der nächsten Sitzung des Politbüros vor. Doch auch Honecker und Genossen fühlten sich überfordert. Nach längerer Debatte beschlossen sie, den Naumann-Brief unbeantwortet zu den Akten zu geben.

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