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AFRIKA Konzept der Hoffnung

aus DER SPIEGEL 29/2001

Thabo Mbeki, Präsident von Südafrika, hat den Machtkampf unter Afrikas Führern vorerst für sich entschieden. Auf dem Gipfeltreffen vorige Woche in Lusaka verhinderte er eine ebenso symbolträchtige wie radikale Resolution zu den Farm-Besetzungen in Simbabwe. Im Entwurf war vorgesehen, Solidarität mit dem despotischen Präsidenten Robert Mugabe zu bekunden und die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien zu attackieren. Die Abschlussdeklaration hingegen bestätigte lediglich die »zentrale Bedeutung der Landfrage für die Sicherung eines dauerhaften Friedens und die wirtschaftliche Entwicklung in Simbabwe«. Mit diesem deutlich abgeschwächten Text kann Mbeki besser beim G-8-Gipfel am kommenden Wochenende in Genua auftreten, wo er für seinen »Millennium Africa Recovery Plan« (MAP) werben will. Der liberale Südafrikaner erarbeitete das MAP-Konzept zusammen mit den Staatschefs von Nigeria und Algerien. Es soll afrikanische Eigeninitiativen fördern und Investoren aus den Industriestaaten anlocken. Dem auf eine ökonomische Renaissance bauenden Mbeki steht der ideologische Visionär Gaddafi gegenüber. Der Hardliner aus Libyen ist die treibende Kraft hinter der Auflösung der vor 38 Jahren gegründeten »Organisation Afrikanischer Einheit« und finanziert wesentlich die jetzt neu gegründete Nachfolgeorganisation »Afrikanische Union«.

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