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Briefe

»Konzessionen«
aus DER SPIEGEL 38/1950

»Konzessionen«

Zu Ihrer Meldung: »Konzessionen« in Nr. 25:

Jeder Mensch, der mich auch nur einigermaßen kennt, weiß, daß ich nie gegen meine Ueberzeugung »Konzessionen« mache. Entweder halte ich etwas für richtig, dann kämpfe ich dafür: oder ich halte es für falsch, dann kämpfe ich dagegen - und beide Male ohne jegliche Rücksicht auf persönliche Vor- oder Nachteile! Um aber ein übriges zu tun, teile ich Ihnen mit, daß ich seit mindestens zwei Jahren (wahrscheinlich aber länger) weder eine Zeile an Herrn von Ostau geschrieben noch von ihm erhalten habe, was Herr von Ostau sicher bestätigen wird ...*)

Da ich meine Akten aus Platzmangel nur ein halbes Jahr aufhebe, kann ich Ihnen nicht datumsgemäß sagen, wann ich ihm zum letzten Male schrieb (oder einen Brief von ihm erhielt), aber ich wiederhole,... daß ich weder direkt noch indirekt ihm irgendeine Mitteilung über eine englische Erlaubnis zu meiner Rückkehr ... machte.

In Wirklichkeit habe ich nämlich überhaupt noch keine Erlaubnis zur Rückkehr.

Bridgetown/Canada

Dr. OTTO STRASSER

*) J. H. von Ostau schrieb dem SPIEGEL: »Die Prognose von Strassers Rückkehr nach Deutschland habe ich einem Rundschreiben entnommen, das aus dem Freundeskreis von Otto Strasser stammte. Ich erwähnte dies anläßlich einer Vorstandssitzung des »Blocks der Nationalen Einigung'.« - Red.

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