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SCHWEDEN Kopf mit Hund

aus DER SPIEGEL 36/2007

Lars Vilks, 61, ist weder rechts noch links, er legt es auf Provokationen an. Deshalb sind die Werke des Künstlers, Kunstkritikers und ehemaligen Professors für Kunsttheorie an der norwegischen Universität Bergen auch meist umstritten. Eine Installation aus Treibholz etwa schmückt seit 1980 den Strand von Höganas in Schonen und trägt den Namen »Nimis« - »Übermaß«. Das Objekt ähnelt einem Holzstoß für Osterfeuer und nervt Besucher wie Behörden, weil es mitten im Naturschutzgebiet steht. Ebenso umstritten ist das Schwesterwerk »Arx«, kolossale Steinhaufen und Steintürme am Ostsee-Ufer in der Nähe. Aber jetzt erst hat der Künstler für internationale Aufregung gesorgt - zum Beispiel in Teheran: Eine Federzeichnung zeigt einen Hund mit dem Kopf des Propheten Mohammed mit Bart und Turban. Die Kritiker finden sie geschmacklos, ein Kunstverein lehnte es ab, sie in eine Ausstellung aufzunehmen, auch aus Angst vor Protesten wie damals in Dänemark wegen Mohammed-Karikaturen. Mehrere schwedische Zeitungen aber druckten die Zeichnung nach - und Islamisten regten sich erwartungsgemäß auf. Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad, immer gut für wüste Drohungen, bestellte den schwedischen Botschafter ein, ließ dann aber ungewöhnlich zahm wissen, Schuld am Machwerk hätten die »Zionisten« - sie wollten die freundschaftlichen Beziehungen Schwedens zu den islamischen Ländern torpedieren.

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