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KENIA Kopfgeld auf Millionär

aus DER SPIEGEL 2/2003

Unerwartet schnell hat Kenias neuer Präsident Mwai Kibaki Gelegenheit, unter Beweis zu stellen, dass nun die »neue Ära« begonnen hat, die er im Wahlkampf immer verkündete. Denn schon seit Jahren soll sich in dem von massiver Korruption heimgesuchten ostafrikanischen Land einer der weltweit meistgesuchten Kriegsverbrecher aufhalten: Felicien Kabuga, 67-jähriger Multimillionär aus Ruanda. Kabuga, auf dessen Ergreifung das amerikanische Außenministerium ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt hat, gilt dem Internationalen Kriegsverbrecher-Tribunal für Ruanda als wichtigster Finanzier des ruandischen Genozids, dem 1994 rund 800 000 Menschen zum Opfer fielen. Jetzt erhebt der Gesandte der amerikanischen Regierung für Kriegsverbrecher, Pierre-Richard Prosper, schwere Vorwürfe, nach denen Kabuga nach wie vor in Kenia untergetaucht sei. Diverse Zeugen, die sich sogar amerikanischen Lügendetektortests unterzogen haben, wollen Kabuga gesehen haben. Geholfen wurde Kabuga dabei offensichtlich von höchster Stelle. Viele glaubwürdige Hinweise, so Prosper, deuteten darauf hin, dass Kenias Staatssekretär für Innere Sicherheit, Zakayo Cheruiyot, Kabuga verborgen halte. Cheruiyot bestreitet alle Vorwürfe, spricht von »ungeheuerlichen Lügen« und bezeichnet sich als ein Opfer der Propaganda ausländischer Geheimdienste.

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