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BILDUNG Kosten begrenzen

aus DER SPIEGEL 5/1999

Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) ist mit dem Versuch gescheitert, den Zugang zu weiterführenden Schulen im Freistaat zu erschweren. Nach einem Vorschlag des Ministers sollte künftig nur aufs Gymnasium wechseln können, wer in der vierten Klasse der Grundschule »einen Notendurchschnitt von 2,0 in den Fächern Deutsch und Mathematik« erreicht oder im Gymnasium erfolgreich einen sogenannten Probeunterricht absolviert hat. Faltlhauser trieben keine pädagogischen Überlegungen, sondern, laut dem vertraulichen Protokoll einer Ministerratssitzung vom 11. Januar, der Wunsch, die Kosten der geplanten Reform von Haupt- und Realschule im Freistaat »zu begrenzen«. Damit stieß er bei Kultusministerin Monika Hohlmeier auf Protest. Die Strauß-Tochter möchte Eltern mehr Mitsprache bei der Entscheidung über die Schullaufbahn ihrer Kinder einräumen. Für die Reform veranschlagt der Finanzminister Ausgaben von 1,7 Milliarden Mark, zu denen noch die Kosten für neue Lehrer-Planstellen kommen. Ministerpräsident Edmund Stoiber dankte Faltlhauser für die »mutige Konzeption«. Auf Druck von Kabinettskollegen sowie der CSU-Landtagsfraktion hat Faltlhauser seinen Vorschlag jedoch schon wieder zurückgezogen.

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