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»Krankhafte Reformideen«

Der Sowjetbürger Wladimir Bukowski, 29, ist am 5. Januar von einem Moskauer Gericht wegen Untergrabung und Schwächung der Sowjetmacht zu zwölf Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Bukowski hatte an westliche Psychiater eine Dokumentation geschickt, die Moskaus Methode belegt, kritische Intellektuelle in Nervenkliniken zu stecken. Bukowski -- vom Studium relegiert, Museumswärter, Teilnehmer einer geologischen Expedition in Sibirien -- mußte selbst bereits über zwei Jahre in einer solchen Anstalt verbringen. Aus Bukowskis Materialsammlung, die im Februar im Carl Hanser Verlag, München, erscheint (Opposition. Eine neue Geisteskrankheit in der Sowjet-Union? 198 Seiten; 14,80 Mark), veröffentlicht der SPIEGEL ein Gutachten des KGB-Oberst Lunz vom Moskauer psychiatrischen »Serbski Institut« über den Häftling Iwan Jachimowitsch, 40, einen Kolchos-Vorsitzenden aus Lettland.
aus DER SPIEGEL 4/1972
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