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Ukraine Krebs bei Kindern

aus DER SPIEGEL 2/1995

Fast neun Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl fordert der Atomunfall immer noch neue Opfer: Vor allem Kinder und Jugendliche, die unweit des Unglücksmeilers in den Bezirken Kiew, Tschernigow und Schitomir leben, sind an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Betroffen sind nach Untersuchungen der ukrainischen Professorin für Neurologie, Angelina Njagu, vor allem Kinder sowie Heranwachsende im Alter von 16 oder 17 Jahren. Ausgelöst wird der Krebs durch radioaktives Jod 131, das sich nach der Explosion in der Schilddrüse sammelte - 214 Fälle sind bisher aufgetreten. In den fünf Jahren vor dem Unfall vom April 1986 gab es in der Ukraine nur 25 Fälle von Schilddrüsenkrebs. Trotz der Gefahren leben noch immer über 3000 Familien auf radioaktiv verseuchtem Gelände; zur Umsiedlung in unbelastete Gebiete fehlt das Geld.

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