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Briefe

KREUZ DES SÜDENS
aus DER SPIEGEL 34/1961

KREUZ DES SÜDENS

Das deutsche Volk wird Franz-Josef Strauß erst dann verstehen, wenn es zu spät ist.

Berlin-Lankwitz G.-PH. LAUMANN

Er, Strauß, versteht die Deutschen, und die Deutschen verstehen ihn - nämlich, daß es besser ist, tot als rot zu sein. Die umgekehrt eingestellt sind, zählen nicht, und wenn sie nach Millionen zählten. Wer lieber rot als tot

sein möchte, hat keine Wahl getroffen, sondern nur Farbe bekannt.

Die Frage, ob wir Strauß noch benötigen, ist deshalb leicht beantwortet: Wir brauchen Strauß! Köpfe wie Strauß, (Spreng)köpfe wie Strauß! Er gibt zumindest das Gefühl dafür, nicht wie ein wehrloser Hund erschlagen zu werden. Was wir ernten werden, wurde schon lange vor uns gesät, und was über uns hereinbricht, ist schon Naturereignis.

Mannheim-Schönau PAUL FULBRECHT

Was schreiben Sie da für einen Unsinn, Herr Daniel, von der Intelligenz und Schlauheit unseres Franz-Josef? Halten Sie es für intelligent, wenn man es zuläßt, daß nach allen Erfahrungen schon heute wieder mit Josef-Brandt-Fackeln das Pulverfaß Berlin abgeleuchtet wird?

Rheinfelden PAUL BETTING

Aus der amerikanischen Wochenzeitschrift »Reporter« zitieren Sie einen »hochgestellten Deutschen«, der in bezug auf Minister Strauß gesagt habe, es sei »kein Zufall, daß der andere Bursche auch von da unten herkam«. Hier soll unzweifelhaft wohl Hitler gemeint sein, der zwar nicht Bayer, sondern Österreicher obskurer Herkunft war, aber zugegebenermaßen hier in München seine Partei und die militanten Kampfverbände in den ersten Nachkriegsjahren aufgebaut hat.

Sie wissen so gut wie wir, daß das Reservoir, aus dem Hitler in Bayern schöpfte, am allerwenigsten Bayern, sondern zugewanderte Norddeutsche und hier vor allem beschäftigungslose Berufssoldaten waren. Wir verwahren uns ganz entschieden dagegen, daß in der heutigen Spannungszeit Bayern und die Bayern als der »schwarze Mann« hingestellt werden sollen.

München WALTER EGGER

Bayerischer Heimat- und Königsbund e.V.

Simplicissimus

»Das Pianissimo gelingt ihm nie, und das Dreivierteltaktgefühl fehlt ihm ganz - bei ihm klingt alles wie Preußens Gloria.«

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