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Ausstellung Kunst von Ver-rückten

aus DER SPIEGEL 24/1994

Mal zeigen sie eine Geschichte um Freundschaft und Abschied auf dem Bahnsteig eines echten Hauptbahnhofs, mal inszenieren sie mit viel »Goethöse« einen so wort- und bildgewaltigen »Fast-Faust«, daß Kritiker und Publikum vergessen, wer hier Theater macht: Das Bremer Projekt Kunst und Psychiatrie, Blaumeier e.V., eine Künstlergruppe aus »Verrückten und Normalen«, wie sie selbst sagen, ver-rückt, sprengt phantasie- und effektvoll die Grenzen zwischen Poesie und Therapie. In einer Ausstellung, die bis zum 3. Juli in Bremen (Galerie im Buntentor) läuft, präsentieren die rund 70 Künstler und Künstlerinnen Bilder, Masken, Objekte und skurrile Großfiguren, die in den fünf Jahren seit Gründung des Projekts entstanden sind. »In dubio pro libido«, lautet ein typisches Blaumeier-Motto, und die Botschaft behinderter wie nicht behinderter Kunst-Triebtäter ist klar: Ob einer ein Diplom oder ein Down-Syndrom hat, ist hier ganz egal.

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