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Kurier zu Honecker?

aus DER SPIEGEL 39/1980

Führende SPD-Politiker haben Bundeskanzler Helmut Schmidt mehrfach bedrängt, noch vor den Bundestagswahlen einen Bonner Spitzenpolitiker nach Ost-Berlin zu senden. Der Kanzler solle deutlich machen, daß der deutsch-deutsche Dialog trotz des geplatzten Treffens des Kanzlers mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker weitergeht. SPD-Chef Willy Brandt hat Schmidt empfohlen, entweder den für die Deutschlandpolitik zuständigen Staatsminister im Kanzleramt Gunter Huonker oder dessen Vorgänger Hans Jürgen Wischnewski als Vorboten zu schicken, um noch rechtzeitig zum 5. Oktober einen Wahlknüller zu produzieren. Schmidt lehnte ab -- vorläufig. Er zweifelt, daß ein solcher Ausflug konkrete Ergebnisse bringen könne. Überdies hält es der Kanzler nach wie vor für möglich, daß er noch in diesem Jahr in die DDR reisen kann.

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