Zur Ausgabe
Artikel 49 / 59

Briefe

Längerer Atem
aus DER SPIEGEL 27/1950

Längerer Atem

Zu Ihrem Artikel »Bürokratie - Völlig neue Staatsmaterie« (Nr. 20) bemerke ich ergänzend, daß ich nicht Geschäftsführer des Verbandes westdeutscher Wirtschaftsberater, sondern Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaftsberater in Niedersachsen bin.

Wesentlich erwähnenswert erscheint mir die Tatsache, daß ein großer Teil der Betroffenen der von Ihnen gerügten Zustände Flüchtlingsbetriebe sind, die ihre letzten Mittel und auch Leihkapital in die Nutzbarmachung ehemaliger Wehrmachtsanlagen investierten.

Nachdem der Bund die Verwaltung ehemaliger Wehrmachtsvermögen übernommen hat, steht zu hoffen, daß, vielleicht durch Uebernahme von mit der Materie vertrauten, freiwirtschaftlich orientierten Beamten, eine Zentralstelle beim Bund geschaffen wird, die in der Lage ist, von sich aus mit den Sünden der Vergangenheit aufzuräumen und durch neue Richtlinien (Verträge) eine volkswirtschaftlich echte Nutzbarmachung ehemaliger Wehrmachtsanlagen zu gewährleisten.

Nur so lassen sich kostspielige Prozesse vermeiden, die letztlich nur das Geld des Steuerzahlers kosten.

Der meist längere finanzielle Atem der Behörden darf nicht Anlaß sein, zu glauben, daß aus diesem Grunde der Schwächere auf sein Recht von vornherein verzichtet.

Hannover

RUDOLF v. KALDENBERG

Zur Ausgabe
Artikel 49 / 59
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.