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Briefe

Landbesitzer
aus DER SPIEGEL 15/1972

Landbesitzer

(Nr. 11/1972, SPIEGEL-Report über Peru)

Ihr zwar sachlicher, aber zu pessimistisch klingender Artikel läßt Wesentliches weg: Kein anderes Land Lateinamerikas (auch nicht etwa die Bundesrepublik Deutschland) hat in so kurzer Zeit so viele Reformen wie Peru begonnen, die sogar so aufeinander koordiniert sind, daß sie echten Strukturwandel in absehbarer Zeit (5 bis 10 Jahre) in Aussicht steilen.

Lima (Peru) ECKHART WÜRICH

Bei dem von Ihnen zitierten Beispiel von Casa Grande -- »Stammsitz des Feudalreiches der Gildemeister, das doppelt so groß ist wie das Großherzogtum Luxemburg war« -- wäre interessant festzustellen, daß die peruanische Revolution durch die Agrarreform den Arbeitern dieses ehemaligen Latifundiums viel mehr gegeben hat, als die langjährigen früheren Besitzer es taten. Man darf dabei nicht außer acht lassen. daß die Arbeiter heute die wahren Besitzer des Landes, das sie bebauen, sind, und letzten Endes ihre Anstrengungen einer besseren Zukunft ihrer Söhne zugute kommen werden. Die peruanische Regierung ist außerdem bemüht, die ausländischen Investitionen zu fördern. Das bedeutet keinesfalls, daß die Revolution ihre Ziele geändert oder sogar aufgehalten hätte; das Gegenteil ist der Fall. Die peruanische Regierung ist bemüht, daß die Bodenschätze zugunsten des Landes richtig ausgenutzt werden. Zum Schluß möchte ich feststellen, daß es wie bei allen revolutionären Prozessen Leute gibt, die aus Verbitterung durch den Verlust ihrer Privilegien jede Gelegenheit ausnutzen, unser System durch die Verbreitung von böswilligen Gerüchten und sogar Diffamierung von Personen, die dem Staatsoberhaupt nahestehen, zu schädigen suchen.

Bonn HUBERT WIELAND Botschafter der Republik Peru

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