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Briefe

LANDPFLEGER
aus DER SPIEGEL 2/1961

LANDPFLEGER

Auf dem Photo zum SPIEGEL-Gespräch mit Ministerpräsident von Hassel erkennt man drei blutige Anfänger, von denen sich allerdings nur einer erhoffen mag, als bundesdeutscher Agrarpolitiker zu reüssieren.

Kaiserslautern JÖRG USE

Die Eingliederung der Flüchtlingsbauern in die westdeutsche Landwirtschaft sollte keineswegs als Behinderung der Bemühungen um eine Verbesserung der Agrarstruktur gesehen werden. Die Masse der Eingliederungen erfolgt durch Kauf und Pacht bestehender Betriebe, die auf dem landwirtschaftlichen Grundstücksmarkt ohnedies angeboten werden. Auf diese Weise bleiben nicht nur bäuerliche Existenzen erhalten, sondern wird vielfach auch eine Verbesserung der bäuerlichen Altersstruktur erreicht.

Bonn WOLFRAM RUHENSTROTH-BAUER

Herr von Hassel irrt sich, wenn er eine Rentabilität in der Landwirtschaft durch ein Strukturprogramm erreichen will. Strukturelle Maßnahmen haben in Schleswig-Holstein nur sekundäre Bedeutung. Wenn erstklassig geführte Höfe, die bestens arrondiert sind, mit laufender Unterbilanz arbeiten, dann ist dieses ein Beweis, daß an diesem Punkt der Hebel in Schleswig-Holstein bestimmt nicht angesetzt werden muß. Der Hauptgrund der bäuerlichen Kritik an Regierungsmaßnahmen liegt unter anderem darin, daß völlig überflüssige Schweineimporte ausgerechnet in den Raum Schleswig-Holstein, wo sowieso eine Überproduktion an Schweinen ist, gerade jetzt wieder getätigt werden, und die Schweinepreise so haben absinken lassen, daß praktisch keine Rendite bleibt.

Der Verbraucher partizipiert bekanntlich nicht an dem günstigen Einkauf, sondern diese Gewinne schleust ausschließlich und allein der Handel in die Tasche. Von den Brot- und Brötchenpreiserhöhungen von 1949 bis heute hat die Landwirtschaft auch nicht den Bruchteil eines Pfennigs gehabt. Seit 1949 ist die Auszahlung an den Bauern konstant geblieben, und zwar erhält der Bauer für Korn gerade 100 Prozent mehr als im Jahr 1913!

Elisabethhof (Schlesw.) W. ROCKENFELLER

Landwirt

Das muß uns dieser schleswig-holsteinische Wohlstandsapostel noch weismachen wollen, daß die Butter zu billig sei, während ein großer Teil der Konsumenten beim Kauf im Laden Butter sagt und Margarine meint. Aber womit sollte denn auch sonst die Regierungspartei ihr Stimmvieh bei der Stange halten, wenn nicht mit den gezielten Subventionsspritzen aus den Taschen der Steuerzahler. In keinem Land zahlt der Konsument soviel für die Grundnahrungsmittel wie hier bei uns.

Adenau (Rhld.) FRANZ MANNEBACH

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