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ABSTURZ Laxe Aufsicht

aus DER SPIEGEL 5/1999

Nach dem Absturz zweier »Tornado«-Jagdbomber nahe der Nordseeinsel Norderney in der vorigen Woche müssen sich die Piloten bei Luftwaffe und Marine auf verschärfte Dienstaufsicht gefaßt machen. Altgediente Piloten beklagen, wegen laxer Aufsicht der Luftwaffenführung seien Leichtsinn und Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen in der jüngsten Vergangenheit nicht streng genug geahndet worden.

Damit soll nun Schluß sein. Auch die Qualität der fliegerischen Ausbildung soll überprüft werden, um einer Häufung von Piloten-Fehlern und Nachlässigkeiten der Flieger zu begegnen.

Die beiden »Tornados« des Geschwaders »Friesland« waren während eines simulierten Luftkampfs mit »Phantom«-Jägern des Wittmunder Nachbargeschwaders »Richthofen« zusammengestoßen - offenbar wegen eines Pilotenfehlers. Zwei Piloten retteten sich mit dem Schleudersitz, die beiden anderen stürzten ins Meer und kamen ums Leben.

Seit dem 20. Januar vergangenen Jahres haben Luftwaffe und Marine insgesamt sieben »Tornados« verloren - die meisten aufgrund von Fehlern der Crews. Die Bundeswehr hat insgesamt 357 Schwenkflügel-Jagdbomber angeschafft. 31 davon sind in den vergangenen 18 Jahren abgestürzt oder bei Unfällen auf dem Boden zerstört worden - nur einige wenige Maschinen aufgrund technischer Defekte. Von den 916 Exemplaren des Vorgänger-Musters »Starfighter« F-104 waren mehr als 250 abgestürzt. Trotz der jüngsten Crash-Serie liegt die Unfallrate der Luftwaffe im Vergleich zu den Nato-Partnern noch immer unter dem Durchschnitt.

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