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Leibniz für Leipzig?

aus DER SPIEGEL 21/1990

Professoren und Studenten der Karl-Marx-Universität Leipzig schämen sich ihres berühmten Namenspatrons: Am Samstag vorletzter Woche empfahl der Senat der Universität, einen neuen Namen für die drittgrößte DDR-Hochschule (11 000 Studenten) zu suchen. Seit ihrer Gründung und damit 544 Jahre lang war die Hochschule namenlos geblieben, 1953 wurde ihr dank des Eifers der örtlichen Freien Deutschen Jugend der Beiname Karl Marx verpaßt. »Dieser Name ist diskreditiert«, sagt Harald Gläß, Dekan der Fakultät für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften in Leipzig, »auch wenn Karl Marx ein großer Wissenschaftler war.« Anfang Oktober dürfen Studenten und Hochschullehrer in einer Urabstimmung endgültig darüber entscheiden, ob der Name gestrichen und die Tradition der Namenlosigkeit wiederbelebt wird oder ob nun der Philosoph und gebürtige Leipziger Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 bis 1716) zu Ehren kommen soll.

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