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Briefe

LEICHENSCHÄNDUNG
aus DER SPIEGEL 13/1966

LEICHENSCHÄNDUNG

Die Darstellung des Herrn Siegfried Berliner (über meine Ausführungen auf einer Wahlversammlung in Bremerhaven) entspricht nicht den Tatsachen. Ich habe in jener Versammlung nicht erklärt, gegen die Wiederzulassung der KPD in der Bundesrepublik keine Einwendungen zu haben. Ich habe vielmehr, wie immer auf ähnliche Fragen, die Antwort gegeben, das KPD-Verbot vom Jahre 1956 sei eine politisch unkluge Handlung gewesen, da die KPD damals schon gar nicht mehr aktionsfähig, also praktisch nicht mehr am Leben gewesen sei. Ihr Verbot sei daher so etwas wie ein Akt der Leichenschändung gewesen, es habe den wenigen noch vorhandenen Kommunisten höchstens Gelegenheit gegeben, in den Untergrund zu gehen. Weiter habe ich erklärt: Solange in der SBZ die SPD nicht zugelassen ist und meine politischen Freunde drüben immer noch verfolgt werden, kann

man mit mir über die Wiederzulassung der KPD in der Bundesrepublik nicht reden.

Bonn JOHANN CRAMER

SPD-MdB Cramer

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