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Lernprozeß

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aus DER SPIEGEL 21/1986

Aus den Erfahrungen, die Helmut Kohl wegen seiner Spendenakquisition für die Union mit Untersuchungsausschüssen und Staatsanwälten sammeln mußte, hat Kanzlergattin Hannelore offenbar gelernt. Von dem Erlös des von ihr herausgegebenen Kochbuches »Was Journalisten anrichten« (Pfälzische Verlagsanstalt Landau) gehen zehn Mark pro Exemplar an das Kuratorium ZNS zur Hilfe für hirnverletzte Unfallopfer. Das rheinland-pfälzische Finanzministerium in Mainz hat verfügt, daß dieser Spendenbeitrag von den Vertriebsfirmen und Buchhändlern umsatzsteuerlich als »durchlaufender Posten« zu behandeln und also nicht mit Abgaben zu belasten sei. Andere Bundesländer, so Nordrhein-Westfalen am 26. März, schlossen sich dem Mainzer Vorbild an. In einem Rundschreiben der Oberfinanzdirektion Köln (Aktenzeichen S 7200 - 118 - St 143) an alle Bezirksfinanzämter heißt es: »Ich bitte bei den in Betracht kommenden Unternehmen entsprechend zu entscheiden.«

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