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Briefe

Leserbriefe
aus DER SPIEGEL 32/1972

Leserbriefe

(Nr. 3111972, Hausmitteilung)

Falsche Informationen und gleich sieben auf einen Streich! Von Katyn bis Augstein -- ein großer Sprung (ins offene Messer?). Sicherlich.

Hamburg HERBERT SCHÖNING

Adolf Löwenzahn vom NDF hat seine heilige journalistische Sorgfaltspflicht ohne zwingende Gründe vergewaltigt! An jedem Zeitungskiosk kann man ihm nachweisen, daß im SPIEGEL 30/1972 nicht sieben, sondern nur fünf sogenannte Richtigstellungen abgedruckt sind. Es spricht sogar die Tatsache gegen Adolf Löwenzahn, daß jene sogenannten »Richtigsteller«. zu deren Fürsprecher er sich berufen wähnte, es nicht für angebracht hielten, in Bild und Ton öffentlich dazu Stellung zu nehmen.

München EKKEHARD FABEL

Gutinformierte Bundesbürger wußten schon längst, was sie von der angeblichen Gutinformiertheit beziehungsweise vom Wahrheitsgehalt dieses Polit-Magazins zu halten haben; jetzt wissen es auch die übrigen Bundesbürger! In dem letzten SPIEGEL allein sieben Richtigstellungen beziehungsweise Widerrufe -- Prost Mahlzeit! Ein Wahrheitsgehalt laut Leserumfrage von nur 40 Prozent. Falls ich das Magazin nochmals kaufe, werde ich am Kiosk nur noch nach dem »Lügen-SPIEGEL« verlangen oder nach »Augsteins Märchenheften«.

München R u. M. KAMINSKI

Der Zufall wollte es, daß ich den mehr als krampfhaften Versuch Löwenthals erlebte, die SPIEGEL-Leserbriefe als manipuliert anzuprangern. Der »große Mahner« und »große Warner«, der »einsame Rufer« in der Wüste kann es nicht verwinden, daß man ihn noch immer mitleidig belächelt und sein ZDF Magazin nur Übelkeit und Erbrechen hervorruft. Selbst Nibelungen-Dregger reagiert christlich erschrocken. möchte er doch Löwenthals »Platz an der CDU-Sonne": kommender Regierungssprecher, nicht gefährdet sehen. Die Wahlen stehen vor der Tür. da darf man nicht nur gegen Windmühlen streiten, da muß man ein Fels in der Brandung sein, für Freiheit und Sauberkeit kämpfen -- ergo gegen »Leserbriefe« zu Felde ziehen, um dem SPIEGEL den Garaus zu machen, ei der Daus, welch ein Heros!

Wiesbaden F. K. GESSINGER-CYCASSO

Die fadenscheinige Argumentation des Moderators wirkte, besonders nach der bestechend überzeugenden Dokumentation des NKWD-Massakers von Katyn. mühsam zweckgebastelt.

Burg (Fehmarn) KARL-W. KLAHN

Vielleicht lag es auch an der sommerlichen Themenflaute, die einen solchen Lückenbüßer entstehen ließ (wie übrigens auch über den Katyn-Bericht anzumerken, der längst Bekanntes zum 89. Mai wiederholte).

Das Teilgebiet Leserbriefe, das Löwenthal »kritisch untersucht«, sagt doch normalerweise recht wenig darüber aus, ob eine Zeitschrift an sich gut oder schlecht ist. Wobei man allerdings beim SPIEGEL durchaus behaupten kann. daß die Leserbriefspalten sehr interessant sind, weil sie einen gewissen Meinungsspiegel darstellen. So dürfte auch bekannt sein, daß der SPIEGEL sehr viele Meinungen abdruckt, die sich nicht mit der von diesem Wochenmagazin vertretenen deckt. Wo gibt es dies sonst noch in Deutschland? Vielleicht in der »Bild-Zeitung«? Was Löwenthal als Negativum herausstellt, ist im »gewissen Sinne gerade ein Positivum, nämlich deshalb, weil man sich beim SPIEGEL nicht scheut, offen zuzugeben, daß man sich geirrt hat.

Esens (Nieders.) DIETER-J. Kiese

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