Straßenblockade der »Letzten Generation« Klimaaktivisten protestieren in Christian-Lindner-Masken gegen FDP

Mitglieder der Bewegung »Letzte Generation« haben am Vormittag in Berlin erneut Kreuzungen blockiert. Die Klimapolitik der FDP bezeichneten sie als »Verbrechen«.
Protest der »Letzten Generation« in Berlin

Protest der »Letzten Generation« in Berlin

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Paul Zinken / dpa

Aktivistinnen und Aktivisten der »Letzten Generation« haben am Mittwochmorgen gegen die Klimapolitik der FDP demonstriert. Sie blockierten Straßen in Berlin, einige klebten sich nach Angaben einer Polizeisprecherin auf der Straße fest.

Wie eine Polizeisprecherin dem »Tagesspiegel« bestätigte , befanden sich auf dem Mehringdamm in Höhe der Kreuzung Gneisenaustraße/Yorckstraße etwa acht Personen auf der Fahrbahn. An der Ecke Siegfriedstraße demonstrierten nach Polizeiangaben etwa zehn Menschen. Es kam zu Staus. Inzwischen wurden die Blockaden aufgelöst.

Die Demonstranten trugen Anzüge und zum Teil Masken mit dem Gesicht von FDP-Chef Christian Lindner. »Einmal so blockieren wie die FDP«, stand auf einem der Plakate. Ein Video, das die »Letzte Generation« auf Twitter veröffentlichte, zeigt, wie eine Person mit Lindner-Maske von der Polizei abgeführt wird. »Die gefährliche Blockadehaltung der FDP im Klimaschutz ist ein Verbrechen an all denen, die ihr Leben bereits verlieren und noch verlieren werden«, schrieben die Aktivisten.

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In einem weiteren Video zeigt die »Letzte Generation«, wie ein Demonstrant einen Feueralarm auslöst. Bei dem Gebäude handelt es sich nach Angaben der Aktivisten um die FDP-Zentrale in Berlin. Fotos zeigen zudem, dass die Fassade des Gebäudes mit oranger Farbe besprüht wurde.

»Wir können uns das egoistische Verhalten einiger Reicher und Schöner nicht mehr leisten«, teilte eine Sprecherin mit. Eine Partei, die auf Kosten der Allgemeinheit Politik für diese Klientel mache, sei nicht mehr tragbar. Konkret forderten die Aktivisten ein Tempolimit und eine Fortführung des 9-Euro-Tickets.

Berliner Innensenatorin offen für längere Verwahrzeit

Die Aktivisten hatten in den vergangenen Wochen immer wieder Straßen in Berlin blockiert und sich am Asphalt festgeklebt. Im Wiener Leopold Museum schütteten Mitglieder der »Letzten Generation« am Montag Öl auf ein mit Glas geschütztes Gemälde von Gustav Klimt.

Die Art des Protests sorgt für Unmut, unter anderem bei Autofahrern, die im Stau stehen, und bei einigen Politikern. Verschärft wurde die Empörung durch den Unfalltod einer Radfahrerin in Berlin-Wilmersdorf . Eine Blockade der Klimaaktivisten hatte wohl das Eintreffen eines Spezialfahrzeugs der Feuerwehr verzögert.

Laut Aussagen der an der Rettungsaktion beteiligten Notärztin wäre das Spezialgerät unabhängig von der Verspätung ohnehin nicht zum Einsatz gekommen (lesen Sie hier ein Interview mit der Schwester der Verstorbenen). Die Feuerwehr hatte in einem Abschlussbericht zu dem Unfall dagegen festgehalten, dass mit dem Fahrzeug eine »patientenschonendere« Rettung möglich gewesen wäre und es bei rechtzeitigem Eintreffen »weitere Handlungsoptionen« gegeben hätte.

Die Berliner Innensenatorin reagierte am Dienstag auf die Proteste, indem sie forderte, die mögliche Verwahrzeit in Polizeigewahrsam auszuweiten. Bislang darf die Berliner Polizei eine Person maximal 48 Stunden in polizeiliches Gewahrsam nehmen. Eine Gesetzesänderung müsste das Berliner Abgeordnetenhaus beschließen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, es sei unklar gewesen, ob das Feuerwehr-Spezialfahrzeug wirklich eingesetzt worden wäre. Tatsächlich hatte die Notärztin nach dem Vorfall mitgeteilt, sie hätte das Fahrzeug ohnehin nicht eingesetzt. Nach Darstellung der Feuerwehr wäre mit dem Fahrzeug jedoch eine »patientenschonendere« Rettung möglich gewesen. Wir haben die Passage angepasst.

slü
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