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NOTENBANKEN Letzte Hilfe

aus DER SPIEGEL 41/1966

Sie swappen, switchen und swingen und nennen einander beim Vornamen*. Ihr Job: die Währungen der westlichen Welt vor dem Zusammenbruch zu schützen.

Ohne sie, die Mitglieder der internationalen Währungs-Klubs, wäre bereits die Bank von England pleite und hätten Pfund und Dollar ihre Spitzenstellungen in der Welt eingebüßt. Den Klubs, für die es keine. Mitgliedskarten gibt, gehört die Creme der internationalen Hochfinanz an:

- Notenbank-Präsidenten, wie Deutschlands Karl Blessing, als Vorsteher der nationalen Währungsbehörden mit ihren Direktoriumsmitgliedern;

- Schatzkanzler, Wirtschafts- und Finanzminister der westlichen Regierungen.

Sie springen immer dann mit Krediten ein, wenn ein westliches Land in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Ihr wichtigstes Mündel ist dabei die Bank von England. Vor drei Wochen erst mußten die Klubmitglieder zum neunten Male seit fünf Jahren dem in einer »Marathon-Krise« ("Financial Times") steckenden Pfund zu Hilfe eilen. Über die Zentralbank der USA setzten sie den sogenannten Swap um 2,4 Milliarden auf 5,4 Milliarden Mark herauf. Noch nie war der Kredit, den die Bank von England im Kampf um das Pfund Sterling in Anspruch nehmen kann, so hoch. Rechnet man die Devisenhilfen aller befreundeten Länder zusammen, dann erhöhte sich Englands Kreditlinie damit auf rund zehn Milliarden Mark.

Das Kreditgeld können die Briten einsetzen, um die Wirtschaft ihres Landes zu sanieren. Mißlingt das Wirtschaftsprogramm der Labour-Regierung, dann muß Premierminister Wilson den Wert des Pfundes gegenüber anderen Währungen herabsetzen.

Eine solche Pfundabwertung beispielsweise um 20 Prozent würde bedeuten, daß man für Dollar, Mark, Gulden oder Franken plötzlich vier englische Schillinge mehr bekäme als bisher. Umgekehrt: Wer am Stichtag der Abwertung Pfundbeträge besitzt, würde einen entsprechenden Verlust erleiden.

Solange mithin der Erfolg Wilsons aussteht, behalten internationale Bankiers sowie Ex- und Importeure britische Pfunde möglichst nur ganz kurze Zeit; manchmal buchstäblich nur wenige Minuten. Über die Devisenbörsen versuchen sie, ihre Pfunde so schnell wie möglich in stabilere Währungen umzutauschen, so daß beständig mehr Pfunde angeboten werden, als Nachfrage besteht.

Da auf diese Weise der Pfund-Kurs ständig zu-sinken droht, kauft Englands Notenbank mit Hilfe der Kreditguthaben selbst Pfunde an. Nur dadurch kann der Kurs einigermaßen in Höhe der amtlich festgesetzten Parität von beispielsweise 11,20 Mark pro Pfund gehalten werden.

Der Abwehrkampf gilt vor allem jenen internationalen Spekulanten, die durch massierte Pfundverkäufe eine Abwertung zu erzwingen suchen. Gelingt ihr Plan, so können sie nach der Abwertung mit Gewinn wieder in das Pfund einsteigen. Würde beispielsweise um 20 Prozent abgewertet, dann ergäben eine Million verkaufte Pfund nach dem Stichtag 200 000 Pfund oder mehr als zwei Millionen Mark Gewinn.

Die jüngste Swap-Hilfe für das Pfund schlug sich sofort an den internationalen Devisenbörsen nieder, beispielsweise in einem Vorderstübchen der Frankfurter Wertpapier-Börse, wo jeden Mittag zwischen 12.45 und 13.30 Uhr ein Dutzend Herren an einem hufeisenförmigen Tisch vor zwei amtlichen Maklern Platz nehmen.

Die versammelten Vertreter der großen Banken Deutschlands und der Deutschen Bundesbank handeln mit Devisenbeträgen von jeweils mindestens zwei Millionen Mark. An der Kreidetafel im Devisenzimmer zeigte sich letzte Woche, daß der Vitaminstoß dem Pfund recht gut bekam: Der Kurs erholte sich von 11,118 Mark am 12. September auf 11,134 Mark am 29. September.

Das gemeinsame Trauma der westlichen Finanzaristokraten ist das Jahr 1931. Als damals einige Firmen - so die

Darmstädter und Nationalbank - zahlungsunfähig wurden, zogen die USA alle kurzfristigen Kredite aus Europa ab. Zur Weltwirtschafts- trat eine Währungskrise, die schließlich in einen Finanzkrieg aller gegen alle mündete.

Nie wieder Krieg wie 1931 - so lautet heute die Parole der Währungshüter. Sie bauten erste, zweite und dritte Verteidigungslinien, installierten Feuerlöscher für Devisenbrände und errichteten Mayo-Kliniken für herzinfarktverdächtige Währungen.

Das Telephon ist ihr wichtigstes Requisit: Sie sprechen fast täglich miteinander und schieben über den Draht Milliardenbeträge von Devisen über Land und Meer.

Allein Blessings Helfer in Frankfurt setzen zusammen mit den Devisenhändlern der großen Banken täglich über Telephon und Telex ("Guten Morgen, Freunde, wie ist Ihr heutiger Dollarkurs?") zwischen 9.30 Uhr und 4 Uhr: nachmittags Dollar, englische Pfunde, französische und Schweizer Franken im Werte von drei Milliarden Mark um. In London, dem größten Devisenmarkt der Welt, sind es pro Tag sogar viereinhalb Milliarden.

In den besten Hotels trifft sich die Währungs-Internationale regelmäßig, um, wie es ein Mitglied ausdrückte, »die Fehler der Regierungen auszubügeln«. Ihre bedeutsamsten Zirkel sind:

- Der »Internationale Währungsfonds (IWF)«, größtes Finanzforum der Welt, dem nunmehr 105 Staaten angehören. Die Schatzkanzler und Zentralbank-Chefs der 105 treffen sich einmal jährlich. In der vergangenen Woche saßen sie im Ballsaal des Sheraton-Park Hotel in Washington in Jahresklausur.

- Der Zehnerklub

(auch Pariser Klub),

zu dein sich die zehn reichsten Staaten der Welt zusammengeschlossen haben*. Die zehn tragen die Hauptlast des IWF und bestimmen dessen Währungspolitik. Die Minister und Notenbank-Chefs tagen, wann immer es notwendig ist.

- Der Basler Klub, in dem die acht bedeutendsten Länder Europas vertreten sind**. In Basel treffen sich monatlich - jeweils an einem Montag in der Früh - die Notenbankiers der acht zur Verwaltungsratssitzung der »Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ)«, einer 1930 gegründeten Gemeinschaft von europäischen Zentralbanken.

Was die Mitglieder bei ihren Meetings in Sorge versetzt, hat in aller Regel dieselbe Vorgeschichte: Eine Währung wird dann weich, wenn in einem Land die Preise übermäßig steigen. Die beginnende Inflation verschreckt nicht allein inländische Verbraucher, die zunehmend auf die vom Preisanstieg verschonten Importe zurückgreifen; sie trifft auch die exportierenden Wirtschaftszweige: Ihre teurer gewordenen Produkte sind nicht mehr im alten Umfang auf den Weltmärkten abzusetzen.

Beides, Schrumpf-Export und Import -Sog, wirkt in dieselbe Richtung: Die Devisenreserven werden knapp, und die Währung verliert an internationaler Vertrauenswürdigkeit. Bestehen, wie etwa im Falle Englands, darüber hinaus noch Verpflichtungen, eigene Truppen im Ausland zu finanzieren oder altkoloniale Kostgänger zu alimentieren, dann kann sich der Devisenschwund zur ausgewachsenen Währungskrise entwickeln und die Notierungen an den Devisenbörsen purzeln lassen.

Swap-Kredite mit Laufzeiten bis zu einem Jahr bilden die erste Verteidigungslinie der Notenbanken gegen solche Attacken. In der Regel genügen schon die Meldungen über eine gemeinsame Hilfsaktion, um die Währungsschwäche zu überwinden; vorausgesetzt, daß die Regierung des Landes die Inflation wirksam bekämpft.

Klassisches Beispiel dafür war die Währungskrise Italiens im Frühjahr 1964. Durch Preissteigerungen um sieben Prozent stiegen damals die Exporte des Landes nur um acht Prozent, während die Einfuhren um 24 Prozent zunahmen. Binnen Jahresfrist schrumpften deshalb die Gold- und Devisenreserven auf den Tiefstand von drei Milliarden Dollar.

Spekulanten aller Länder trennten sich sofort von ihren Lira-Beständen. Guido Carli' seit 1961 Präsident der italienischen Zentralbank, organisierte innerhalb weniger Tage bei,den Klubfreunden einen Swap-Kredit in Höhe von fünf Milliarden Mark, um damit auf den Devisenmärkten gegen die Abwertungsgerüchte anzukämpfen.

Gleichzeitig verkündete Ministerpräsident Moro ein, Stabilisierungsprogramm: Er erhöhte die Steuern, verteuerte die Kredite und bremste die Teilzahlungskäufe durch höhere Anzahlungen. Auf diese Weise erholte sich die Wirtschaft, und ein Jahr später konnte Carli die Milliarden zurückzahlen. Ähnlich erfolgreich verlief 1962 eine Hilfsaktion der Klubs zugunsten der kanadischen Währung.

Kann die Notenbank eines Schuldnerlandes den Kredit nicht in voller Höhe fristgerecht abtragen, so wird die Erste Hilfe der befreundeten Notenbanken in einen langfristigen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) umgewandelt. Die Währungshuter ziehen sich in die zweite Verteidigungslinie zurück.

Präsident des 1944 in Bretton Woods im US-Staat New Hampshire gegründeten Währungsfonds ist Pierre-Paul Schweitzer, ein Neffe des Urwald-Doktors von Lambarene. Ihm steht von jedem Mitgliedsland eine angemessene Einzahlung (Quote) zur Verfügung; ein Viertel davon in Gold, der Rest in Landeswährung. Derzeit sind im Fonds des IWF Gold und Devisen im Wert von umgerechnet 81 Milliarden Mark angesammelt; mit Einlagen von 5,1 Milliarden Mark nimmt die 1952 beigetretene Bundesrepublik nach den USA (20,64) und Großbritannien (9,76) den dritten Platz ein.

Währungs-Doktor Schweitzer wacht streng über die Kredite, die sein Institut zu vergeben hat. Schon bei kleinen Beträgen in Höhe einiger hundert Millionen Mark verlangt er einen »vernünftigen« Plan zur Bereinigung der Zahlungssorgen zu sehen. Erst wenn Schweitzer das Krisenprogramm billigt, kann das in Not geratene Land Geld abrufen.

Zur Abwehr großer Krisen freilich ist der Löschteich des IWF nicht tief genug. So mußte Währungs-Präsident Schweitzer während der Pfundkrise des Jahres 1964 auf den Pariser Klub der Reichen zurückgreifen. Spätestens an dieser dritten Verteidigungslinie aber sind bisher alle Angriffe gestoppt worden.

Auf die geballte Finanzkraft der mächtigen zehn stützt sich heute die größte Hoffnung, daß sich 1931 in Friedenszeiten nicht wiederholt. Die zehn Reichen halten 78 Prozent des Goldes und 68 Prozent der Währungsreserven aller Länder außerhalb des Ostblocks.

Ihre Notenbankiers und Finanzministet teilen miteinander selbst die intimsten Geldgeheimnisse Seit kurzem ist es sogar Brauch, sich gegenseitig vorher zu informieren, wenn eine Notenbank den Diskont (Wechselzins) herauf- oder herabsetzt, eine Vertraulichkeit, die einst undenkbar war.

Die Generalstabsarbeit im Pariser Klub wird von der sogenannten Stellvertreter-Gruppe der zehn geleistet die einen Deutschen zum Vorsitzenden hat: Dr. Otmar Emminger, 55, Direktor der Frankfurter Bundesbank und Sohn eines Weimarer Justizministers.

Auch Emmingers Währungskompaß ist auf das Debakel von 1931 eingestellt. Er meint: »Von der mangelnden Solidarität der führenden Währungsbehörden führte damals ein direkter Weg zur Anarchie in der Weltwirtschaft.«

Der deutsche Präses der Pariser Stellvertretergruppe hatte Gelegenheit, führend an der größten Solidaritätsaktion mitzuwirken, die Englands Pfund und Regierung vor dem unaufhaltsam scheinenden Sturz bewahrte. Am 24. und 25. November 1964 gaben die internationalen Finanziers ihre Galavorstellung.

Die Lage war brisant: Die gerade angetretene Labour-Regierung hatte es nicht verstanden, Abwertungsgerüchte glaubhaft zu dementieren. Zwar hatte die Bank von England am 23. November den Diskontsatz von fünf auf sieben Prozent erhöht - eine Maßnahme, die ähnliche Krisen der Jahre 1957 und 1961 noch gestoppt hatte. 1964 aber versagte das Diskontmanöver. Die Geschäftswelt hatte Englands Währung bereits totgesagt.

Am Tage darauf fielen die Pfundkurse an allen Devisenbörsen der Welt auf 2,786 Dollar (offizieller Tauschkurs: 2,80 Dollar für ein Pfund). Die Bank von England hat niemals veröffentlicht, wie viele Reserven sie einsetzte, um durch Pfund-Käufe den Kursverfall zu bremsen, aber am Abend des 24. November war das Devisenpolster der einstmals reichsten Bank der Welt auf den niedrigsten Stand seit der Pfund-Abwertung von 1949 zusammengesackt. Englands Notenbank-Präsident Lord Cromer erkannte, daß Großbritannien am Ende seiner Finanzkraft war.

Sein Hilferuf ging noch am selben Abend an die Federal Reserve Bank in New York, und bereits nach wenigen Stunden stellten die Amerikaner vier Milliarden Mark Devisen zur Verfügung. Aus Gesprächen mit Ölgesellschaften und anderen Weltkonzernen, die drohten, zum Schutze ihrer Milliarden-Außenhandelsgeschäfte auf andere Währungen umzusteigen, wußten die angelsächsischen Währungschefs jedoch, daß auch dieser Betrag für den nächsten Tag nicht ausreichen würde.

Um vier Uhr früh New Yorker Zeit (zehn Uhr mitteleuropäischer Zeit) alarmierte Amerikas Notenbank-Präsident Martin die bedeutendste kontinental europäische Zentralbank, Deutschlands Bundesbank in Frankfurt.

Um Dr. Emminger geschart, ging das Frankfurter Bankdirektorium in Klausur. Niemand verließ den Konferenzsaal, das Mittagessen wurde am Arbeitsplatz serviert. Jedes Direktionsmitglied hatte eine der europäischen Notenbanken an der Strippe, Emminger hielt telephonischen Kontakt mit der Bundesregierung in Bonn.

Bis zur Eröffnung der amerikanischen Börsen um zehn Uhr New Yorker Zeit (16 Uhr in Europa), so hatte Martin gedrängt, müsse der Klub ausreichenden Devisen-Nachschub beschaffen, sonst ginge das Pfund und höchstwahrscheinlich der Dollar mit ihm »zur Hölle«.

Nach fünf Stunden hatten die Logistiker des Kapitalismus es geschafft. Am Telephon, ohne eine einzige Signatur, stellte das kontinentale Westeuropa der britischen Notenbank zusätzlich zur Vier-Milliarden-Hilfe der USA einen Devisenkredit von umgerechnet acht Milliarden Mark bereit. Ein Viertel davon kam aus den Tresoren der Deutschen Bundesbank.

Zwanzig Minuten vor Eröffnung der amerikanischen Devisenbörsen berichteten die Rundfunkstationen von der Hilfsaktion. Außerdem gab die Bank von England sofort massive Kaufaufträge, so daß der Kurs langsam wieder zu steigen begann. Gegen zwölf Milliarden Mark verfügbarer Devisen-Munition konnten die Spekulanten nicht ankommen. Sie stellten ihr Feuer ein.

Wie viele der zwölf Milliarden damals verschossen wurden, ist britisches Staatsgeheimnis. Schatzkanzler Callaghan zum SPIEGEL: »Ich bin nicht bereit, dazu etwas zu sagen. Aber ich habe damals nachts von Bruchteilen wie einem sechzehntel oder zweiunddreißigstel Pfund geträumt.«

Im Dezember stabilisierte sich der

Pfundkurs mit 2,79 Dollar wieder, und Robert ("Bob") Roosa, damals stellvertretender US-Finanzminister, machte Englands Schatzminister am 23. Dezember über das Telephon Mut: »Jim, es läuft prima, und paß auf, nächstes Jahr Weihnachten ist das Pfund endgültig über den Berg.«

Bob Roosa irrte. Weder zu Weihnachten 1965 noch in diesem Jahr konnten die Währungs-Doktoren der britischen Wirtschaft und dem Pfund das erhoffte Gesundheitsattest ausstellen. Allmählich werden die Klubmitglieder, die für das kranke Albion tief in die Taschen greifen mußten, ungeduldig.

Besonders Frankreichs Staatschef de Gaulle moniert seit langem, England spiele seine Rolle als Weltmacht und Welthandels-Bankier nur auf Kosten der zahlreichen Devisenkredite und Stillhalteabkommen. De Gaulle möchte sowohl das britische Pfund wie den amerikanischer Dollar als sogenannte Reservewährungen abschaffen und durch Gold ersetzen.

Bislang bilden Pfund und Dollar den Kern der Devisenreserven, die in den Tresoren der nationalen Notenbanken lagern. Das Pfund, weil noch immer 30 Prozent aller Ex- und Importgeschäfte der Welt in britischer Währung abgewickelt werden; der Dollar, weil er als einzige Valuta der Welt auf Verlangen in Gold umgetauscht werden muß.

Frankreichs Notenbank macht auf Anweisung de Gaulles von dem Umtauschrecht seit einem Jahr rücksichtslos Gebrauch und trägt damit zum Schwinden der amerikanischen Goldreserven bei. Würden alle Mitglieder des Internationalen Währungsfonds dem französischen Beispiel folgen, so hätte der Dollar seine Rolle ausgespielt, da der Wert der Dollarbestände den Wert des amerikanischen Goldschatzes in Fort Knox bei weitem übersteigt. Da sich Dollar und Pfund unter Zuhilfenahme der übrigen Klub-Mitglieder praktisch gegenseitig stützen, würde damit auch das Pfund ruiniert,

De Gaulles Angriff auf die Währungsordnung des Westens hat jedoch - im Gegensatz zu seinen Attacken auf die Nato - keine Chance. Als Finanzminister Debré vergangene Woche auf der IWF -Tagung in Washington erneut das goldene Rezept seines Staatspräsidenten vortrug, stieß er bei allen Teilnehmerstaaten auf Ablehnung.

Die Angst vor einem neuen 1931 hält den Währungsklub zusammen und läßt ihn funktionieren. Deutschlands Notenbank-Chef Blessing warnte, es sei fraglich, ob der Kapitalismus einen neuerlichen Zusammenbruch der internationalen Währungsordnung überleben würde. Englands Schatzkanzler James Callaghan, zur Zeit Hauptnutznießer des Samariter-Ordens der westlichen Hochfinanz, meinte, eine Rückkehr zum reinen Goldstandard sei ein Rückfall in »primitive Barbarei«.

* Swappen = die Hergabe von Devisenkrediten unter Notenbanken zur Abwehr der Spekulation; switchen = der Handel zweier Staaten über ein drittes Land; swingen = die Kreditierung bestimmter Außenhandelsgeschäfte.

* USA, Großbritannien Japan, Kanada, Italien, Bundesrepublik, Holland, Belgien, Frankreich und Schweden.

** Großbritannien, Frankreich, Bundesrepublik, Italien, Niederlande, Belgien, Schweiz und Schweden. Neuerdings entsenden auch die USA, Kanada und Japan Beobachter zu den Klub-Treffen.

Tagung des Weltwährungsfonds in Washington: Stärker als die Nato

Die Zeit

Very Important Person

Bundesbank-Direktor Emminger

»Guten Morgen, Freunde ...

... wie ist Ihr heutiger Dollarkurs?": Devisenbörse in Frankfurt

Währungsfonds-Chef Schweitzer

Mayo-Klinik für krankes Geld

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