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SIMBABWE Letztes Aufbäumen

aus DER SPIEGEL 12/2007

Diktator Robert Mugabe ist angeschlagen, darüber kann auch das brutale Vorgehen gegen seine Gegner nicht hinwegtäuschen: Oppositionsführer Morgan Tsvangirai war vergangene Woche ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem Sicherheitskräfte ihn misshandelt und ins Gefängnis geworfen hatten. Aber das ist vermutlich nur ein letztes Aufbäumen des 83-jährigen Despoten Mugabe: Die Wirtschaft liegt darnieder, mit 1700 Prozent verzeichnet Simbabwe die weltweit höchste Inflation, und Experten prophezeien, dass die Geldentwertung bis auf 4000 Prozent ansteigen könnte. Zudem ist es Tsvangirai, der die Klinik am Freitagvormittag im Rollstuhl wieder verließ, gelungen, die zerstrittene Opposition zu einen. Doch was die Position des Herrschers

am meisten beschädigt: Mugabe stößt in seiner Einheitspartei Zanu-PF auf offenen Widerspruch. So lehnte es eine Versammlung im Dezember ab, die im März 2008 endende Amtszeit des Diktators bis 2010 zu verlängern. Experten, zum Beispiel von der in Brüssel ansässigen International Crisis Group (ICG), empfehlen der EU, den USA und auch den südafrikanischen Anrainern, ihre Sanktionen zu verschärfen. Gleichzeitig müssten mit den dialogbereiten Gruppen in der Zanu-PF Gespräche über einen Abgang Mugabes geführt werden. Denkbar sei auch eine sogenannte afrikanische Lösung: Der Diktator tritt ab, dafür wird ihm Straffreiheit und ein geruhsames Altenteil versprochen. Ein solches Angebot hatte vor dreieinhalb Jahren auch Liberias Präsident Charles Taylor aus dem Amt gelockt - von Juni an steht er in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht.

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