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Libyen: Gaddafi will Fabrik für biologische Kampfstoffe

aus DER SPIEGEL 51/1990

Libyens Revolutionsführer Muammar el-Gaddafi rüstet nicht nur zur Produktion chemischer Waffen, er betreibt auch den Bau einer Fabrik für biologische Kampfstoffe. Nach Angaben westeuropäischer Geheimdienstler soll die Anlage, die sich vorerst noch in der Planungsphase befindet, in der Nähe von Sabha, der Hauptstadt der Region Fessan, entstehen - im fernen Südwesten der Sahara. Zugleich und trotz der Rückschläge in der umstrittenen C-Waffenfabrik Rabita unweit von Tripolis verfolgt Gaddafi nach wie vor den Aufbau eines eigenen Chemiewaffenpotentials. Mindestens zwei neue Betriebe sind vorgesehen: Eine Einheit soll in der Nähe von Sabha produzieren (möglicherweise im Verbund mit der Herstellung von Bio-Kampfstoffen), eine weitere südlich von Sirt. Ferner gibt es Gespräche über ein drittes Projekt bei Rabita. Dort, so hatte Tripolis Anfang des Jahres behauptet, seien die Anlagen durch ein Feuer zerstört worden - ein Täuschungsmanöver, das die USA davon überzeugen sollte, in Rabita würden keine C-Waffen hergestellt. Tatsächlich soll der Betrieb demnächst auf die Produktion pharmazeutischer Mittel umgestellt werden - wozu, nach libyschen Angaben, das Unternehmen ursprünglich gebaut worden war.

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