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»Linke Drahtzieher«

aus DER SPIEGEL 15/1972

Opels Werktätige wollen vom CDU-MdB Otto Zink nichts mehr wissen: Auf einer Vollversammlung beschlossen über 500 gewerkschaftliche Vertrauensleute der Automobilwerke in Rüsselsheim, den (seit 1965) im Aufsichtsrat als Arbeitnehmer-Vertreter sitzenden IG-Metall-Werkzeugmacher abzulösen, weil -- so sein designierter Nachfolger Günter Perschke, Betriebsratsvorsitzender im Bochumer Zweigwerk -- »Zink in den letzten Jahren zunehmend die Verbindung zum Betrieb verloren hat«. Verloren aber hatten auch die Vertrauensleute ihr Verständnis für die ablehnende Haltung des Gewerkschafts-Christen zu den Ostverträgen, und »das mag«, so mutmaßt Perschke, »bei dem einen oder anderen bei der Abwahl mitgewirkt haben«. Nach ihrem Votum forderte die Versammlung alle gewerkschaftlich organisierten MdB und »vor allem unseren Kollegen Zink« auf, für die Ratifizierung der Verträge zu stimmen -- folglich glaubt Zink seitdem, der Beschluß sei »wohl mehr unter parteipolitischen Gesichtspunkten zu sehen": »Im Hintergrund waren Drahtzieher einer Koalition zwischen DKP und linken Sozialdemokraten.«

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