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ATOMENERGIE Listiger Konsens

aus DER SPIEGEL 50/1999

Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium Rainer Baake lehnt einen vergangene Woche kolportierten Plan der Stromwirtschaft für einen Atomkonsens strikt ab. Darin war die Abschaltung von vier »vergleichsweise unrentablen« Reaktoren noch in dieser Wahlperiode in Aussicht gestellt worden. Im Gegenzug sollten die verbleibenden 15 Meiler bis zu ihrer Stilllegung noch insgesamt 2500 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren dürfen. In einem Vermerk für die grünen Verhandlungsführer Jürgen Trittin und Joschka Fischer rechnet Baake nun vor, dass die Betreiber bei Umsetzung des Vorschlags »noch einmal fast genau die Menge Atomstrom« erzeugen könnten, die sie bisher seit dem kommerziellen Start der nuklearen Stromerzeugung in deutschen Großreaktoren im Jahr 1968 produziert haben. Die 15 verbleibenden Meiler könnten durchschnittlich noch 18,4 Jahre weiterlaufen. Eine öffentliche Regierungsantwort zu dem listigen Konsensvorschlag gibt es bisher nicht.

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