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Kommunikation Machos im Internet

aus DER SPIEGEL 4/1995

Geschlechterkampf in Cyberland: Als sexistisch hat die US-Linguistin Susan Herring den informellen Online-Verhaltenskodex Netiquette im globalen Datennetz Internet (geschätzte Teilnehmerzahl: 35 Millionen) angeprangert. Die Benimmregeln für den Diskurs von Bildschirm zu Bildschirm, ergaben Studien der texanischen Wissenschaftlerin, seien auf männliche Kommunikationsformen zugeschnitten, Frauen würden regelrecht aus dem Netz gedrängt. Das Hauptproblem laut Herring: Im Internet gelte das »Recht des Stärkeren«, das die Online-Machos oft mit verbaler Brutalität durchsetzten. So sei der Umgangston bei öffentlichen Diskussionsbeiträgen ("postings") aggressiv. Gleichzeitig, stellte die Linguistin weiter fest, seien höflichere Kommunikationsformen zuweilen sogar regelrecht verboten: Manche Online-Vorschriften hätten nur zum Ziel, die digitalen Mitteilungen mit allen Mitteln kurz zu halten.

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