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Simbabwe Macht eines Monarchen

aus DER SPIEGEL 14/1995

Das ehemalige Rhodesien ist auf dem Weg in eine Einparteiendiktatur. Die herrschende Regierungspartei von Präsident Robert Mugabe, 71, hat die Parlamentswahlen bereits lange vor dem Urnengang am kommenden Wochenende gewonnen. In 52 von 120 Wahlkreisen tritt lediglich ein Mugabe-Kandidat an. 30 weitere Abgeordnete darf der Staatschef, der damit über die absolute Mehrheit verfügt, selbst benennen. Der Präsident besitzt ohnehin schon weitreichende Vollmachten, die es ihm erlauben, wie ein Monarch zu regieren. So kann er jederzeit das Parlament auflösen und eigenwillig Dekrete erlassen. Mugabe, der bisher eine Politik der Aussöhnung zwischen den ehemaligen weißen Kolonialherren und der schwarzen Bevölkerungsmehrheit verfolgte, schürt neuerdings die Spannung zwischen den Rassen. Für die miserable Wirtschaftslage der Schwarzen macht er vor allem die 80 000 Weißen verantwortlich, die einen Lebensstil wie in kolonialen Tagen pflegen. Mugabe warnt sie vor Volkes Rache, falls »sie ihre Arroganz nicht aufgeben«. Sein Vize Joshua Nkomo forderte die Weißen auf, das Land zu verlassen, wenn sie sich dem neuen Simbabwe nicht anpassen könnten.

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