Zur Ausgabe
Artikel 127 / 129
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Märtha Louise

aus DER SPIEGEL 5/2002

Märtha Louise, 30, norwegische Prinzessin, wurde zu einem Fall für die norwegische Gleichstellungsbehörde. Die ältere Schwester von Thronfolger Haakon, 28, hatte Ende vorvergangener Woche ihren Verzicht auf den Titel »Königliche Hoheit« bekannt gegeben, um demnächst einen Bürgerlichen, den dänisch-norwegischen Schriftsteller und TV-Autor Ari Behn, 29, zu ehelichen. Der Titelverzicht dürfte den Verlust der Apanage in sechsstelliger Höhe bedeuten. Ein entsprechender Vorschlag des Königs liegt dem Osloer Parlament zur Beratung vor. Was wiederum die Direktorin der norwegischen Gleichstellungsbehörde, Ingunn Yssen, heftig kritisierte: »Es ist doch absurd, dass einer mündigen Frau im 21. Jahrhundert keine eigenen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen und sie ihren Vater von Fall zu Fall um Geld bitten muss.« Doch die unkonventionelle Königstochter dürfte kaum in finanzielle Not geraten. Die passionierte Springreiterin und ausgebildete Physiotherapeutin plant, sich als »Kulturvermittlerin« mit einer eigenen Firma im Medienbetrieb zu etablieren. Auch eine berufliche Zusammenarbeit mit ihrem Zukünftigen ist nicht ausgeschlossen, dürfte indes bei Hofe eher weniger auf Wohlgefallen stoßen: Nachdem Behn einen kritischen Filmbeitrag über den US-Einsatz in Afghanistan im Fernsehen gezeigt hatte, distanzierte sich König Harald öffentlich von seinem künftigen Schwiegersohn.

Zur Ausgabe
Artikel 127 / 129
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.