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Mafia in Nürnberg

aus DER SPIEGEL 38/1992

Der italienische Regierungschef Giuliano Amato will Bundeskanzler Helmut Kohl am Donnerstag in Florenz neue Ermittlungsergebnisse über die Verbindungen der Mafia nach Deutschland präsentieren. So wird Kohl erfahren, daß Mafia-Boß Giuseppe Madonia am 6. September in Norditalien festgenommen wurde, als er offenbar seine Flucht in die Bundesrepublik vorbereitete. In seinem Gepäck fand die Polizei 40 Millionen Lire, umgerechnet rund 50 000 Mark, und mehrere tausend D-Mark. Außerdem fanden die italienischen Behörden heraus, daß der fünf Tage später festgenommene Camorra-Chef Carmine Alfieri von Salerno aus kriminelle Geschäfte in Süddeutschland steuerte. Stützpunkt des Alfieri-Clans, der nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts zu den »gefährlichsten im Bereich der Provinzen Neapel/Salerno« gehört, ist Nürnberg. Die Mafia hat den westdeutschen Markt nach den Erkenntnissen der Ermittler aufgeteilt. Die Camorra und die sizilianische Cosa Nostra arbeiten im Rauschgiftgeschäft. Mitglieder von Banden der kalabrischen 'Ndrangheta, die sogar im Münsterland geheime Filialen betreibt, verschieben Luxuslimousinen. Die Nuova Sacra Corona Unita aus Apulien, deren Mitglied Antonio Riezzo am vergangenen Freitag in München festgenommen wurde, schleust Waffen und Heroin nach Deutschland.

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