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JUSTIZ Malen oder knipsen?

aus DER SPIEGEL 41/2003

Die obersten Juristen des Staates - darunter die Präsidenten von Bundesverfassungsgericht, Bundesverwaltungsgericht, Bundesgerichtshof sowie der Generalbundesanwalt - beharren auf einem alten Brauch: Sie wollen sich auch künftig nach dem Ausscheiden aus dem Amt in Öl und auf Leinwand verewigen lassen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte die Spitzenjuristen gebeten, »die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu beachten": So sollten statt der 6000 bis 7000 Euro teuren Ölporträts nur noch Fotografien in Auftrag gegeben werden. Auch die Minister im Justizressort beschränkten sich seit Jahrzehnten auf Fotos. Das jedoch war den hohen Rechtskundigen zu schnöde. In einem Schreiben an das Ministerium übermittelte der Präsident des Bundesverwaltungsgerichts, Eckart Hien, die »einhellige Auffassung« seiner Kollegen, es entspreche dem »gerichtlichen Selbstverständnis«, sich Ölporträts zu gönnen. Schließlich würden die Gemälde aus den normalen Haushalten ohne Sonderzuweisungen finanziert.

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