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FLUGHAFEN Manager unter Verdacht

aus DER SPIEGEL 39/1999

In der Affäre um den Ausbau des Berliner Großflughafens Schönefeld ermittelt die Staatsanwaltschaft der Bundeshauptstadt jetzt auch gegen das größte deutsche Bauunternehmen, den Essener Hochtief-Konzern. Der Vorwurf lautet auf Betrug in jenem Auswahlverfahren, in dem ein Bewerberkonsortium um Hochtief zunächst den Zuschlag erhalten hatte - Anfang August jedoch stoppte das Oberlandesgericht Brandenburg den Fortgang des Sechs-Milliarden-Mark-Projekts wegen Verfahrensmängeln.

Der für das Airport-Geschäft zuständige Hochtief-Vorstand Wolfhard Leichnitz sowie die Projekt-Geschäftsführer Constantin von Alvensleben und Reinhard Kalenda sollen, so die Strafverfolger, unzulässige Kontakte zu Berliner Spitzenpolitikern gesucht haben - Eigentümer des Flughafens sind der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Hintergrund des Ermittlungsverfahrens ist der Einsatz eines Berliner Journalisten mit besten politischen Verbindungen, den Hochtief als Berater verpflichtet hatte. Der Emissär pflegte etwa regelmäßige Kontakte zum Leiter der Berliner Senatskanzlei Volker Kähne.

Die Staatsanwaltschaft sieht hierin einen Verstoß gegen die Vergaberichtlinien, nach denen solche Lobbyarbeit nicht statthaft gewesen sei. Die Hochtief-Manager bestreiten die Vorwürfe. Der Einsatz des Emissärs sei keine verbotene Geheimaktion gewesen, die Politiker selbst hätten Hintergrundgespräche sogar vielfach gewünscht. Der beauftragte Journalist habe sich überdies in den Gesprächen als Hochtief-Verbindungsmann geoutet.

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