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Uno Mangelhafte Meldemoral

aus DER SPIEGEL 42/1994

Das Uno-Waffenregister, in dem Bestände und Verkäufe konventioneller Waffensysteme in aller Welt angezeigt werden, droht zu scheitern. Zwar erhöhte sich die Zahl der Regierungen, die bereit waren, An- und Verkäufe von Rüstungsgütern den Uno-Kontrolleuren zu melden. Gleichwohl fehlen die Angaben so großer Waffenimporteure wie Saudi-Arabien, Iran und Kuweit. Andere Staaten melden offenbar falsche Zahlen. So wollen die USA 932 Panzer an die Türkei geliefert haben, Ankara bestätigt dagegen lediglich den Empfang von 454 Panzern. Bereits abgeschmettert ist der Versuch der Uno-Experten, das Register um weitere Waffensysteme zu erweitern. Der Anspruch, als Grundlage für globale Rüstungskontrolle zu dienen, rückt damit in weite Ferne. Der neue Jahresbericht, der vorige Woche von der Uno in New York veröffentlicht wurde, behauptet, daß Deutschland - wie im Vorjahr - nach den USA der zweitgrößte Lieferant konventioneller Waffen bleibt. Die deutschen Waffenschmieden und die Bundeswehr verkauften unter anderem 242 Panzer, 383 Schützenpanzer, 93 Kampfflugzeuge und 24 Kriegsschiffe.

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