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PERSONALIEN Marguerite Trenham Robb, Erich Mende, Harold Stassen, Helmut Schmidt, Henry Tindall Merrill, Elizabeth II.

aus DER SPIEGEL 8/1968

Marguerite Trenham ("Trenny") Robb, 20, Schwester des Johnson-Schwiegersohnes Charles Robb und ehemalige Dekorateurin. debütierte bei einer Modenschau in dem feudalen New Yorker Restaurant »Four Seasons« als Mannequin. Die Robb-Schwester hatte bereits im Januar Journalisten erzählt: »Ich möchte ein Modell wie Jean Shrimpton sein. Aber mein wirkliches Lebensziel ist es, Kleider zu entwerfen.« Die Debütantin, die gegenwärtig für das Modemagazin »Mademoiselle photographiert wird und in der April-Ausgabe von »Ladies' Home Journal« vorgestellt werden soll, wurde bei der Top-Modell-Agentur von Eileen Ford in New York registriert. Die Agenturchefin über ihre Neuerwerbung: »Ich hätte sie sogar eingestellt, wenn sie zwei Köpfe hätte. Sie ist eine ungeheure Persönlichkeit. Willy Brandt, 54, Außenminister und vorletzte Woche wegen der falschen Berichterstattung über seine Ravensburger Rede im Mittelpunkt deutschfranzösischer Querelen, sollte vergangene Woche wegen einer beginnenden Grippe im Bett bleiben. Trotzdem erschien er am Abend vor Kanzler Kiesingers Reise nach Paris im Palais Schaumburg, wo sich Kiesingers Begleiter -- acht Bundesminister -- zu letzten Vorbereitungen trafen, und eröffnete verschnupft seinem Kanzler: »Ich habe die Nase voll, in zweifachem Sinn. Aber ich fahre mit.«

Erich Mende, 51, IOS-Vertreter für Deutschland, rühmt sich, als einziges Mitglied seiner Familie in diesem Winter noch nicht an der Asiatischen Grippe erkrankt zu sein. Der Freidemokrat schreibt seine Gesundheit der Befolgung eines ärztlichen Rates zu: Sein Hausarzt empfahl ihm, Whisky zu trinken, »soviel wie Sie noch vertragen können«. Ex-Major Mende trinkt seither regelmäßig den Schotten-Schnaps«. »Die Menge bleibt Persönlichkeits-Geheimnis. Aber bei einem alten Soldaten ist sie nicht gering anzusetzen.«

Harold Stassen, 60, ehemaliger Gouverneur des US-Bundesstaates Minnesota und unter Eisenhower US-Abrüstungsbeauftragter bei der Uno, der sich seit 1948 dreimal vergeblich um eine Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat bewarb, unterstützt seinen diesjährigen Versuch, für die Präsidentschaftswahlen im Herbst aufgestellt zu werden, mit einem neuen Image: Stassen erschien zu einer Besprechung mit Wahlbelfern in Mitwaukee (US-Bundesstaat Wisconsin) mit einem gescheitelten Toupet.

Helmut Schmidt, 49, von 1947 bis 1948 Bundesvorsitzender des SDS, rief vor einer Rede in der Bundestagsdebatte über die rebellische Jugend seine Tochter Susanne, 20, Volkswirtschafts-Studentin in Marburg, an und fragte im Rat: »Was soll ich denn nach deiner Meinung sagen? Susanne: »Sag mal den Studenten, sie sollen nicht dauernd Sachen machen, die verboten sind, und sag den Polizisten, sie sollen nicht immer gleich mit dem Knüppel dreinschlagen.« Schmidt gehorchte. Georges Pompidou, 56, Frankreichs Premierminister. saß vergangenen Donnerstag bei einem Festessen General de Gaulles für die Bonner Regierung zwischen Bayerns Ministerpräsident Goppel und Franz-Josef Strauß. Spöttelte Außenminister Willy Brandt: Na, Herr Premierminister. Sie sind ja von Bayern umzingelt. Sofort fiel General-Staatschef de Gaulle, flankiert von Sozialdemokrat Brandt und Christdemokrat Kiesinger. ein: »Na, und sehen Sie mich. Ich bin von der Bonner Koalition eingekreist.

Henry Tindall Merrill, 74, ehemaliger Chefpilot der US -- Fluggesellschaft »Eastern Airlines«, fliegt immer noch »alles, was ich in die Hände bekommen kann. Der Veteran, der schon vor dem Zweiten Weltkrieg Maschinen vom niederländischen Typ »Fokker, in seinen letzten Dienstjahren Düsen-Passagierflugzeuge steuerte und sich erst mit 67 Jahren pensionieren ließ (normates Piloten-Pensions-Alter: 60 Jahre). hält mit 40 000 Flugstunden den Flieger-Weltrekord. Merritt über sein Berufs-Hobby: »Fast jeden Abend schleiche ich mit ein paar von den Jungs »raus und mache einen Instrumentenflug mit einer DC-8 oder einer Boeing 727. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange es kein Linienflug ist.«

Elizabeth II., 41, Königin und Hundeliebhaberin. kündigte auf dem Londoner Bahnhof Liverpool Street dem wartenden Stationsvorsteher ihr Erscheinen durch ihre vier Corgi-Hunde an: Bereits ehe die Queen, die vier Leinen in der Hand. aus ihrem Abteil trat, schnüffelten die Hunde an der offenen Waggontür. Die Corgis Heather. Buzz, Foxy und Tiny hatten die Königin während Claus Urlaubs im ostenglischen Sandringham begleitet.

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