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EUROPA Marine in der Klemme

aus DER SPIEGEL 8/2009

Die EU-Arbeitszeitrichtlinie bedroht die Einsatzbereitschaft der Deutschen Marine. Etliche ihrer Tross-Schiffe, etwa Tanker, Versorger oder Hafenschlepper, haben rein zivile Besatzungen. Anders als die Soldaten auf Fregatten oder U-Booten dürfen die Zivilangestellten nur noch höchstens zehn Stunden am Tag zur See fahren. Ihre wöchentliche Arbeitszeit ist auf 48 Stunden begrenzt. Auch Überstunden unterliegen Beschränkungen. Deshalb ist nun die Teilnahme der Versorgungsschiffe an Nato-Manövern und Einsätzen wie der EU-Mission gegen Piraten gefährdet. Betroffen ist laut Verteidigungsministerium auch die »Wehrtechnische Dienststelle« in Eckernförde. Deren Boote waren oft wochenlang unterwegs, um Waffen zu testen. Sie können jetzt aber laut einem internen Vermerk fast nur noch »Tagesfahrten« unternehmen. Der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels rügt, die Bundesregierung habe es »versäumt, das Problem rechtzeitig zu lösen, obwohl es schon lange bekannt ist«.

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