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Marlene Dietrich

aus DER SPIEGEL 10/1966

Marlene Dietrich, 64, Sängerin ("Sag mir, wo die Blumen sind"), wurde anläßlich eines Gastspiels in Israel von Staatspräsident Salman Schasar, 76, und dessen Ehefrau Rachel, 74, in einer 15 Minuten dauernden Privataudienz (Bild links) empfangen und mit einem Veilchenstrauß beschenkt. Die Künstlerin, die sich mit den Gastgebern in englischer Sprache über ihre Eindrücke in Israel unterhielt: »Das Allerschönste in Ihrem Lande sind die Augen der israelischen Kinder. Ich war in vielen Ländern, nirgends fand ich solch schöne Kinderaugen.« Einige Tage später nahm die Sängerin an einer Privat-Party im Hause des Jerusalemer Bürgermeisters Theodore Kollek, 54, teil, der sich zu einem Gespräch mit seiner Besucherin aus Mangel an Sitzgelegenheiten zu deren Füßen niederließ. Bei einem Treffen mit israelischen Journalisten antwortete Marlene Dietrich auf die Frage, ob sie wieder in die Bundesrepublik reisen werde: »Als ich nicht kam, gab es Proteste, als ich dann nach dem Krieg kam, gab es auch Proteste. Was soll ich dann fahren - ich bin keine Masochistin.« In Ost-Berlin hingegen wird die Sängerin in Kürze im Friedrichstadt-Palast auftreten, weil »man mich dort wenigstens freundlich empfängt«.

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