Zur Ausgabe
Artikel 88 / 90
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Martin Kriele

aus DER SPIEGEL 37/1985

Martin Kriele, 54, Kölner Staatsrechtler und seit 1960 Sozialdemokrat, kam mit Hilfe der Union nach Mittelamerika. Die CDU-nahe Kondrad-Adenauer-Stiftung zahlte dem Professor, dem wegen seiner Kritik an den Sandinisten in Nicaragua und eines Aufrufs zur Unterstützung der Contras der SPD-Parteiausschluß droht, eine dreiwöchige Informationsreise nach Nicaragua und in benachbarte Länder. Führende Sozialdemokraten in Bonn fürchten jetzt, Kriele solle von der Union für die Bundestagswahl 1987 als Beleg für den Antiamerikanismus in der SPD aufgebaut werden. Der Professor sieht durch die Adenauer-Gelder freilich »weder seine Unabhängigkeit noch die Freiheit« eingeschränkt. Er habe, so erklärte er, in Nicaragua auch Kontakte wahrgenommen, die auf Vermittlung der Friedrich-Ebert-Stiftung und von Hans-Jürgen Wischnewski zustande gekommen seien. Sein Bild über Nicaragua müsse er allerdings »korrigieren« - das Ausmaß der Menschenrechtsverletzungen sei »sehr viel schlimmer« als er angenommen habe. Wie schlimm, will er in einem Buch schildern, das im Herbst erscheinen soll. Arbeitstitel: »Nicaragua - das blutende Herz Amerikas, ein Bericht«.

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 88 / 90
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.