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SAUDI-ARABIEN Massendeportation von 100 000 Sudanesen

aus DER SPIEGEL 43/1997

Die saudiarabischen Sicherheitskräfte leiteten letzte Woche eine Suche nach über 100 000 Sudanesen ein, die sich illegal in dem Wüstenkönigreich aufhalten. Zweck der Razzia ist es, die Sudanesen in kurzer Zeit abzuschieben. Die Proteste des wirtschaftlich ausgepowerten Sudan fruchteten nichts. Saudi-Arabien befürchtet Anschläge militanter sudanesischer Islamisten, die in Afghanistan für den Einsatz in den Golfstaaten und Ägypten ausgebildet werden. Die Fahndung nach den Gotteskämpfern ist schwierig, weil sie als Mekka-Pilger leicht das Einreisevisum erhalten. Für viele andere Sudanesen, die jetzt ausgewiesen werden sollen, waren die Wallfahrten zu den heiligen Stätten des Islam ein Vorwand, um sich in Saudi-Arabien als Schwarzarbeiter zu verdingen. Die Polizei hat inzwischen auch vor, Tausende andere Ausländer abzuschieben.

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