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Hausmitteilung Mauer

aus DER SPIEGEL 33/1986

Mauern ist da zwecklos, zugegeben also: Auch der SPIEGEL ist vorletzte Woche der Flucht-Story des Heinz Braun aufgesessen, der mit drei Schaufensterpuppen in Sowjet-Uniform die Ost-Berliner Grenzorgane überlistet haben wollte. Mildernder Umstand, vielleicht: Nach den vielen fabelhaften Fluchten, die DDR-Bürgern in 25 Mauer-Jahren wirklich gelangen, erschien die Braun-Köpenickiade gar nicht so besonders ausgefallen.

Abenteuerlicher, bizarrer als Brauns Bluff, der letzten Mittwoch aufflog (siehe Seite 76), und dennoch wahr ist jedenfalls die Geschichte des Rainer-Sturmo Wulf, der seit 1971 die Berliner Mauer immer wieder mal von Ost nach West und retour überwindet. Als »Mauerspringer« figurierte er schon in einem so betitelten Buch des West-Berliner Schriftstellers Peter Schneider. Als Zeitgenossen, in dem sich deutsch-deutscher Spaltungsirrsinn ebenso skurril wie sinnfällig personifiziert, beobachtete ihn jetzt SPIEGEL-Reporter Hans-Joachim Noack. Sein Wulf-Porträt (Seite 47) ergänzt einen Bericht von SPIEGEL-Redakteur Wolfgang Bayer über West-Berliner Alltagsleben in nächster Mauer-Nähe - im Jubiläumsjahr des Monstrums zeigt sich da sogar ein Stück Idylle (Seite 40).

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