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Hausmitteilung Mauerfall / Osang-Essay / Russenliebe / Karrierefrauen

aus DER SPIEGEL 54/2019
Weinzierl, Hammerstein

Weinzierl, Hammerstein

Foto: DMITRIJ LELTSCHUK / DER SPIEGEL

In der Nacht des 9. November 1989 berichtete SPIEGEL-Autor Konstantin von Hammerstein als junger Radioreporter für den Berliner Rias, wie Tausende Ostdeutsche über den gerade geöffneten Grenzübergang Sonnenallee in den Westen strömten. Sein Kollege Alfred Weinzierl, damals SPIEGEL-Sportredakteur, erlebte die Auswirkungen des Mauerfalls hautnah erst ein, zwei Tage später – als es in seiner Wohngegend im Osten Hamburgs plötzlich nach dem Zweitaktergemisch der Trabis roch. 30 Jahre später konzipierten Hammerstein und Weinzierl jetzt das SPIEGEL-Sonderheft zum Jahrestag des Mauerfalls, das der Frage nachgeht, wie sehr Ost und West inzwischen zusammengewachsen sind. »Erst wenn es einem gut genug geht, hat man die Nervenkraft zu merken, wie schlecht es einem doch geht«, sagt der Dichter und Liedermacher Wolf Biermann im SPIEGEL-Gespräch. zum Gespräch 

Vor 26 Jahren bat der Berliner Fotograf Konrad Hoffmeister den Reporter Alexander Osang in sein Atelier in Mitte, um ihn für sein Deutschlandprojekt zu fotografieren. Er nahm Leute aus der Gegend auf, aber auch Prominente wie Egon Bahr, Frank Castorf, Walter Jens und Erich Böhme. Osang arbeitete damals bei der »Berliner Zeitung«, deren Redaktion ihren Sitz um die Ecke hatte. Man sollte einen Satz zu Deutschland auf eine Pappe schreiben, die man auf dem Foto, das Hoffmeister mit einer uralten Plattenkamera schoss, in den Händen hielt. Osang brauchte fast eine Stunde für seinen Satz. Entsprechend bedeutungsschwer war er. »Es ist mir unangenehm, dieses Bild heute anzuschauen«, sagt SPIEGEL-Autor Osang. »Wegen der Jeansjacke und der Frisur. Aber auch wegen des Satzes. Andererseits zeigt er mir auch, dass ich inzwischen doch irgendwie in diesem Land angekommen bin.« zum Artikel 

Als sie noch als der große Bruder im Osten galten, waren die Sowjets denkbar unbeliebt in der DDR. 30 Jahre später haben viele Ostdeutsche eine rätselhafte Zuneigung zu Russland entwickelt. Warum? SPIEGEL-Autorin Christiane Hoffmann fragte bei Politikern und Schriftstellern nach. »Offenbar hat es gar nicht so viel mit Russland zu tun«, sagt Hoffmann, »in Wahrheit geht es vor allem um das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschen.« zum Artikel 

Ostdeutsche stehen äußerst selten an der Spitze von Unternehmen. Wenn es aber doch mal jemand bis ganz nach oben schafft, ist es überraschend häufig eine Frau. Woran liegt das? Sind Ostfrauen anders sozialisiert, oder liegt es an der besseren Kinderbetreuung? Das fragten sich die SPIEGEL-Redakteurinnen Laura Backes und Miriam Olbrisch – und diskutierten mit denjenigen, die es wissen müssen: vier ostdeutschen Karrierefrauen. Backes und Olbrisch suchten dabei vor allem in Branchen, die bis heute von Männern dominiert werden. Sie fanden: die Mathematikprofessorin und Ex-Bundesministerin Johanna Wanka, die MDR-Intendantin Karola Wille, die Ex-Dax-Vorstandsfrau Kathrin Menges und Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe, eine der ranghöchsten Offizierinnen der Bundeswehr. zum Artikel 

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