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Maulkorb für den Westen

aus DER SPIEGEL 52/1977

Die Tschechoslowakei will sich auf der Beigrader KSZE-Nachfolgekonferenz für eine strikte Kontrolle von Presse, Rundfunk und Fernsehen in ganz Europa einsetzen. »Ureigenster Sinn« des Antrags ist laut Radio Prag, allem entgegenzuwirken, »was die Öffentlichkeit im Westen zum Haß gegen die sozialistischen Länder provoziert, durch die Verbreitung erlogener Berichte und Informationen über deren Leben«. Der selbst scharf zensierte CSSR-Sender, dessen kritische Berichterstattung vor neun Jahren im Prager Frühling den Sowjets ein Dorn im Auge gewesen war: »Auf keinen Fall darf eine Einmischung der Medien und Journalisten in die inneren Angelegenheiten anderer Länder gestattet werden.« Westliche Einwände gegen eine »Zensur« konterte der Prager Rundfunk so: »Welche Freiheit und Demokratie ist das, die die westlichen Delegationen in Belgrad an ihre Fahnen heften? Etwa so eine, die die Verherrlichung der Hitler-Barbarei ermöglicht oder die faschistischen Regime mit ihrem grenzenlosen Terror und ihrer Unterdrückung feiert?«

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